Pflegestufe

Ich überlege, ob ich Pflegegeld beantrage... was tue ich... Hilfe der MDK hat sich wegen Pflegestufe angekündigt


Michael K hat eine hervorragende Pflegefibel geschrieben. Dort werden wirklich alle Fragen rund um das Pflegegeld und die Beantragung beantwortet. Es geht eigentlich kein Weg daran vorbei, sich dadurch zu arbeiten. Dann ist man aber wirklich gut vorbereitet:


Hier findet man immer die aktuellen: http://www.rehakids.de/phpBB2/ftopic7006.html



Hier der direkte Downloadlink: http://www.rehakids.de/phpBB2/download.php?id=11223



Das hilft mehr als all die unsystematischen vielen einzelnen Kommentierungen in der FB Gruppe, die auch oft ohne rechtliches Verständnis sind.


Hier ein Link zu den Begutachtungsrichtlinien des MDK - oder wie er was zu bewerten hat:

http://www.mdk.de/media/pdf/BRi_Pflege_090608.pdf



Wie lange dauter es von Antragsstellung, bis der MDK kommt:


Die gesetzlich vorgegebene Bearbeitungsfrist für Anträge auf Pflegeleistungen beträgt fünf Wochen. Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationseinrichtung, in einem Hospiz oder während einer ambulant-palliativen Versorgung muss die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder andere unabhängige Gutachter innerhalb einer Woche erfolgen, wenn dies zur Sicherstellung der weiteren Versorgung erforderlich ist oder die Inanspruchnahme von Pflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber angekündigt wurde. Befindet sich der Antragsteller in häuslicher Umgebung, ohne palliativ versorgt zu werden, und wurde die Inanspruchnahme von Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz gegenüber dem Arbeitgeber angekündigt oder eine Familienpflegezeit mit dem Arbeitgeber vereinbart, gilt eine Bearbeitungsfrist von zwei Wochen.


Die Pflegekasse ist zudem verpflichtet, dem Antragsteller mindestens drei unabhängige Gutachter zur Auswahl zu benennen, wenn innerhalb von vier Wochen ab Antragstellung keine Begutachtung erfolgt ist.


Erteilt die Pflegekasse den schriftlichen Bescheid über den Antrag nicht innerhalb von fünf Wochen nach Eingang des Antrags oder wird eine der in Absatz 3 genannten verkürzten Begutachtungsfristen nicht eingehalten, hat die Pflegekasse nach Fristablauf für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung unverzüglich 70 Euro an den Antragsteller zu zahlen. Dies gilt nicht, wenn die Pflegekasse die Verzögerung nicht zu vertreten hat oder wenn sich der Antragsteller in stationärer Pflege befindet und bereits als mindestens erheblich pflegebedürftig (mindestens Pflegestufe I) anerkannt ist.





Gesetzliche Regelung § 18 SGB XI:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__18.html

Hinsichtlich der Nebenleistungen aus der Pflegeversicherung wie Verhinderungspflege, zusätzlichen Betreuungsleistungen und Kurzzeitpflege sei auf diese hervorragende und einfach zu verstehende Zusammenfassung verwiesen:



http://www.lvkm-sh.de/uploads/media/Wegweiser.pdf







Wie hoch ist das Pflegegeld:



(2013) Die Pflegekasse bezahlt für eine selbst beschaffte Pflegeperson monatliches Pflegegeld in folgender Höhe – monatlich im Voraus:



vorne steht die Pflegestufe, in der ersten Spalte die Zahlung für normale Pflegebedürftigkeit und in der zweiten Spalte der Betrag, der bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarfausgezahlt wird.



"0" - 120,- €

"1" 235,- € 305,- €

"2" 440,- € 525,- €

"3" 700,- € 700,- €





Ab 2015 werden die Beträge dynamisiert:



§ 37 SGB XI - Pflegegeld



Auch das Pflegegeld wird dynamisiert und beträgt ab dem 01.01.2015 in

Stufe 0 = 123 EUR

Stufe I = 244 EUR

Stufe II = 458 EUR

Stufe III = 728 EUR

Für Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz erhöhen sich die Leistungsbeträge in Stufe I um zusätzliche 72 EUR auf 316 EUR und in Stufe II um 87 EUR auf 545 EUR.



Der Kostenersatz für die Beratungseinsätze wird bei Stufe I und II von 21 EUR auf 22 EUR angehoben. In Stufe III erfolgt eine Anhebung von 31 EUR auf 32 EUR.



Der erhebliche Betreuungsbedarf/ eingeschränkte Alltagskompetenz wird nach diesen Kriterien festgelegt:

Grundlage für die Feststellung einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz ist immer der Vergleich zu einem gleichaltrigen, altersentsprechend entwickelten gesunden Kind. Je nach Einstufung werden im Monat 100 € oder 200 € zur Verfügung gestellt.

Dabei gelten folgende Eckpunkte:

Kinder unter 1 Jahr entwickeln zwar keine Alltagskompetenz im eigentlichen Sinne, können aber aufgrund eines von der altersgerechten Entwicklung abweichenden Verhaltens einen erheblich gesteigerten Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf haben.

Kinder unter 3 Jahren müssen praktisch dauernd beaufsichtigt werden, weil sie noch keinerlei Gefahrenverständnis besitzen.

Kinder zwischen 3 und 6 Jahren können kurzfristig (ca. 15 – 60 Minuten) in entsprechend vorbereiteten Bereichen ohne direkte Aufsicht spielen, benötigen aber zeitnah einen Ansprechpartner.

Kinder im Schulalter können je nach Alter mehrere Stunden täglich eigenverantwortlich allein bleiben. Sie brauchen zu festen Zeiten oder per Telefon einen Ansprechpartner, um schwierige Situationen zu beherrschen.

Der Gutachter muss bei einer eingeschränkten Alltagskompetenz mehrere der folgenden Punkte mit "Nein" oder als zutreffend pathologisch beantworten:

Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)ab 3 Jahre - Einfache, eingeübte Regeln können befolgt werden.

Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationenab 4 Jahre - Gefährdungen, die von Treppen und Fenstern ausgehen können sind bekannt.ab 6 Jahre - Der in einer längeren Anlaufphase trainierte Schulweg wird allein bewältigt. Das Kind kennt grundlegende Regeln im Straßenverkehr. Situationsabhängig kann unüberlegtes, impulsives Verhalten vorkommen.

Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzenab 3 Jahre - Das Kind kennt grundlegende Gefahren im Alltag (Backofen, Herdplatte). Es lernt aus Erfahrung, es kann abstrahieren und lernt abhängig von der Anleitung. Gefährliche Gegenstände oder potenziell gefährdende Substanzen sind ihm zunehmend bekannt.ab 6 Jahre - Das Kind kennt die Gefahren beim Einsatz/Verwendung von z. B. kochendem Wasser, elektrischen Geräten, Werkzeugen, Feuer.

Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situationunter 1 Jahr - Selbststimulationen und Bewegungsstereotypien sind als pathologisch zu werten, wenn sie nicht regelmäßig durch äußere Reize unterbrochen werden können. Jede Art von Autoaggression ist als pathologisch anzusehen.ab 2 Jahre - Gehäufte aggressive Übergriffe Personen gegenüber und/oder immer wiederkehrendes Zerstören von Gegenständen haben Krankheitswert.

Im situativen Kontext inadäquates Verhaltenunter 1 Jahr - Pausenloses unbegründetes Schreien ("cerebrales" schrilles Schreien) verursacht mehr als altersüblichen Beaufsichtigungsbedarf.ab 1 Jahr - Ständige motorische Unruhe und/oder umtriebiges Verhalten sind pathologisch.ab 2 Jahre - Gesunde Kinder spielen bereits längere Zeit ohne ständige Anleitung.ab 3 Jahre - Der bestimmungsgemäße Gebrauch von Gegenständen des täglichen Lebens ist dem gesunden Kind bekannt und wird im Spiel imitiert. Als pathologisch anzusehen ist ein inadäquates Spielverhalten: Spielzeug wird z. B. nur zerstört, Rollenspiele oder ein Nachahmen von Alltagssituationen finden nicht statt. Einnässen und Einkoten in die Wohnräume sind nicht mehr zu erwarten.ab 5 Jahre - Fortbestehende Distanzlosigkeit Fremden gegenüber ist als pathologisch zu werten.

Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmenunter 1 Jahr - Der gesunde Säugling drückt Grundbedürfnisse und Stimmungen über Gestik und Mimik aus, verbale Interaktionen kommen schrittweise im Kleinkindalter hinzu. Bereits bei geistig behinderten Säuglingen kann Selbstverstümmelung aufgrund mangelnden Schmerzempfindens auftreten (z.B. hereditäre sensomotorische Neuropathie Typ IV).ab 2 Jahre - Unmäßige bzw. unkontrollierte Nahrungsaufnahme (außerhalb der Mahlzeiten) bei fehlendem Sättigungsgefühl (z. B. Prader-Willi-Syndrom) erfordert erhöhte Beaufsichtigung.ab 5 Jahre - Die eigenen körperlichen Bedürfnisse werden z. B. nicht wahrgenommen, wenn das Kind die Toilette nur dann aufsucht, wenn es ausdrücklich dazu aufgefordert wird.

Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder AngststörungHier muss eine entsprechende Stellungnahme eines Kinder- und Jugendpsychiaters vorliegen.

Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt habenab 2 Jahre - Einfache Gebote und Verbote können verstanden und befolgt werden. Bei geistig behinderten Kindern ist das Antrainieren sozialer Alltagsleistungen zeitintensiv, mühsam und nur durch ständig wiederholendes Üben möglich. Erfolg stellt sich mit deutlicher Zeitverzögerung im Vergleich zu gesunden Kindern ein.ab 3 Jahre - Gesunde Kinder sind in Kindertageseinrichtungen zunehmend gruppenfähig und können längere Zeit unter Aufsicht mit Gleichaltrigen spielen. Sie können sich einordnen und Konflikte austragen.ab 4 Jahre - Gesunde Kinder übernehmen unter Anleitung kleine Hilfen im Haushalt, z. B. Abräumen des Tisches, Aufräumen der Spielsachen.ab 6 Jahre - Hinweise auf Einschränkungen der sozialen Kompetenz geben z.B. die Betreuungs- und Schulform und Schulzeugnisse insbesondere aus Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen. Der Umgang mit Geld z. B. bei kleineren Einkäufen kann bewältigt werden.ab 8 Jahre - Eigene Taschengeldverwaltung ist möglich. Das Kind kennt die Uhrzeit; es kann öffentliche Verkehrsmittel nach entsprechendem Einüben selbständig nutzen. Verabredungen mit und Aufsuchen von Freunden erfolgen selbständig.ab 10 Jahre - Selbständige Orientierung im weiteren Wohnumfeld (Stadt) ist nach entsprechender Übung möglich.

Störung des Tag-/Nacht-Rhythmusunter 1 Jahr - Es entwickelt sich ein fester Rhythmus mit/ohne Mittagsschlaf mit verlässlichen Durchschlafperioden (90 v. H. der gesunden Säuglinge schlafen nachts mit 5 Monaten durch). Lediglich phasenhafte Schlafstörungen, z. B. bei akuten Erkrankungen, Umgebungswechsel oder psychosozialen Belastungen können bei behinderten Kindern nicht berücksichtigt werden.

Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturierenab 10 Jahre - Gesunde Kinder können ihren Tagesablauf eigenverantwortlich nach entsprechender Anleitung strukturieren, z. B. Körperpflege durchführen, Essenszeiten einhalten.

Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in AlltagssituationenTrifft für Kinder kaum zu.

Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhaltenab 6 Jahre - Mit Erreichen des Schulalters ist ein emotional angepasstes Verhalten in Anforderungssituationen zu erwarten. Pathologisch sind Verhaltensweisen wie z. B. dauerhaft überschießende Trotzreaktionen, übermäßige Rückzugstendenzen, Vermeidungsverhalten oder unkontrolliertes Weinen.

Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten DepressionHier muss eine entsprechende Stellungnahme eines Kinder- und Jugendpsychiaters vorliegen.

Der Beurteilungsschlüssel für den Grundbetrag von 100,- € pro Monat:

-> Die Alltagskompetenz ist erheblich eingeschränkt, wenn der Pflegebedürftige für mindestens 6 Monate in wenigstens 2 Kriterien (davon mindestens einem aus den Bereichen 1 bis 9) regelmäßige Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen hat.

Der Beurteilungsschlüssel für den erhöhten Betrag von 200,- € pro Monat:

-> Eine in erhöhtem Maße eingeschränkte Alltagskompetenz liegt vor, wenn zusätzlich mindestens einmal eine Einschränkung aus den Punkten 1,2,3,4,5,9 oder 11 festgestellt werden kann. Hierbei wird nicht die Erkrankung, sondern der tatsächliche Hilfebedarf berücksichtigt.





Was passiert mit dem Pflegegeld, wenn mein Kind in die Schule oder den Kindergarten geht:



Wenn ein Kind in den Kindergarten oder in die Schule geht und er nicht in Einrichtungen i. S. des § 71 Abs. 4 SGB XI, z. B. Rehakliniken, Krankenhäuser, Werkstätten und Wohnheime für behinderte

Menschen, Kindergärten) „internatsmäßig“ untergebracht, unterstellt man, dass der Schwerpunkt der häuslichen Pflege erhalten bleibt und damit der Anspruch auf Pflegegeld FORTBESTEHT und nicht gekürzt wird.



Schulen und Kindergärten keine Pflegeeinrichtungen, auch wenn hier Pflege geleistet wird, dennoch steht Erziehung und Unterricht im Vordergrund.



Die Schul- und Kindergartenzeiten können aber bei der Berechnung der Rentenberechtigung der Pflegeperson in Abzug gebracht werden, weil diese Pflege ja nicht von der Pflegeperson im häuslichen Umfeld erfolgt.



Anders sieht es aus, wenn eine dauerhafte Unterbringung in einer Einrichtung/ Internat vorliegt-

Davon geht man aus, wenn der zu Pflegende nicht jedes Wochenende nach Hause kommt, weil dann als Lebensmittelpunkt das Internat angesehen wird.



Für die Zeit zu Hause kann aber anteiliges Pflegegeld ausgezahlt werden.



Siehe dazu auch diesen Link: http://www.lebenshilfe-bayern.de/uploads/media/lhlvbayern_lbs_rechtsinfos_anteiligespflegegeld_september2012.pdf


Darf ich arbeiten, ohne daß das Pflegegeld gekürzt wird?



Ja, solange die Pflege gesichert ist, kann man als Pflegeperson arbeiten, ohne daß das Pflegegeld gekürzt wird.



Anders sieht es bei dem Rentenanspruch als Pflegeperson aus. Um den Anspruch auf Rente aus der Pflegetätigkeit zu erhalten, darf man nicht mehr als 30 Stunden arbeiten und muß den zu Pflegenden 14 Stunden in der Woche in persona im heimischen Umfeld pflegen.



Weitergehende Infos, wie das mit der Pflegeleistung und Rente ist, findet man hier sehr ausführlich: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232684/publicationFile/63297/rente_fuer_pflegepersonen.pdf



Was passiert, wenn mein Kind im Krankenhaus oder in einer Rehaklinik ist mit dem Pflegegeld



Das Pflegegeld wird nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit während einer

vollstationären Krankenhausbehandlung,

stationären medizinischen Rehabilitations- oder Vorsorgemaßnahme

für die ersten 4 Wochen in voller Höhe weitergezahlt. Die 4-Wochenfrist beginnt mit dem Aufnahmetag. Bei einer Kürzung setzt die Leistung mit dem Entlassungstag wieder ein.



Schließt sich eine stationäre medizinische Leistung zur Rehabilitation (auch Anschlussrehabilitation) an eine vollstationäre Krankenhausbehandlung an, ist die 4-Wochenfrist nur einmal anzuwenden. Dies gilt auch, wenn sich häusliche Krankenpflege statt Krankenhausbehandlung unmittelbar an eine vollstationäre Krankenhausbehandlung anschließt. Ab dem letzten Tag der häuslichen Krankenpflege ist wiederum Pflegegeld zu zahlen.

Kommt es zwischen der vollstationären Krankenhausbehandlung und der Anschlussrehabilitation allerdings zu einer Unterbrechung, wird das Pflegegeld für zweimal bis zu 4 Wochen weitergezahlt.



Allerdings gibt es die Möglichkeit mit der Pflegekasse zu verhandeln und einen ärztlichen Bericht vorzulegen, daß man als pflegender Angehöriger die ganze Zeit die Pflege übernommen hat. In diesen Fällen kommt es häufiger zu Kulanzentscheidungen der Pflegekassen.



Wie wirkt sich die neue Assistenzpflegeregelung für mich als pflegender Angehöriger aus?



Gar nicht! Denn dieses Gesetz bezieht sich nur auf Pflegepersonen die nach dem 12. Buch des SGB in Form des Arbeitgebermodells beschafft wurden.

01.01.2013 - Assistenzpflege bei stationärer Behandlung in Vorsorge- und Reha-Einrichtungen

Das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen knüpft an das bereits bestehende Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus vom 30. Juli 2009 an. Es sieht für pflegebedürftige behinderte Menschen die Möglichkeit einer Assistenzpflege jetzt auch bei stationärer Behandlung in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen vor.



Bereits im August 2009 ist das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus in Kraft getreten. In ihm ist die Weiterfinanzierung von Assistenz während eines Krankenhausaufenthalts für behinderte Menschen mit selbst beschafften Assistenzkräften geregelt, d.h. für diejenigen, die ihre Pflege im Rahmen des sogenannten „Arbeitgebermodells“ sicherstellen. Diese können seitdem ihre Pflegekräfte mitnehmen, wenn sie zur stationären Behandlung ins Krankenhaus müssen. Das Pflegegeld wird für die gesamte Dauer von stationären Krankenhausaufenthalten zur Akutbehandlung sowie für die gesamte Dauer von Krankenhaus ersetzender häuslicher Krankenpflege und für die Dauer einer stationären Leistung zur medizinischen Rehabilitation weitergezahlt. Besteht ein Anspruch auf Hilfe zur Pflege, wird auch diese für die Dauer des stationären Krankenhausaufenthalts weitergezahlt.

Dieser Anspruch besteht nun seit dem 1. Januar 2013 auch bei stationärer Behandlung in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen.





Am 06. August 2012 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen beschlossen. Jedoch profitieren pflegebedürftige behinderte Menschen, deren kontinuierliche Pflege durch pflegende Angehörige oder durch von Diensten und Einrichtungen bereitgestellte Assistenzkräfte sichergestellt wird, nicht davon.



Der Gesetzentwurf knüpft an das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus vom 30. Juli 2009 an, der pflegebedürftigen behinderten Menschen bei stationärer Krankenhausbehandlung ermöglicht, ihre Assistenzpflege-Personen mitbringen zu können. Die Regelungen gelten allerdings nur für Pflegebedürftige, die ihre Pflege durch von ihnen selbst beschäftigte besondere Pflegekräfte nach den Vorschriften des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch im Arbeitgebermodell sicherstellen.

Der neue Gesetzentwurf wurde nicht zum Anlass genommen, den Kreis des berechtigten Personenkreises zu erweitern. Schließlich betrifft die Regelung nur eine kleine Minderheit der Menschen mit hohem Hilfebedarf.





Gesetzliche Unfallversicherung für pflegende Angehörige:



Wer Angehörige pflegt, steht bei der Pflege unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Ein Unfall bei der Pflege ist also ein Arbeitsunfall. Und ein Unfall auf dem Weg zu dem Ort, wo gepflegt wird, oder auf dem Rückweg nach Hause gilt als Unfall auf dem Arbeitsweg, also als sogenannter Wegeunfall. All das gilt auch für "Pflegepersonen im Sinne des § 19 SGB XI", heißt es in § 2 Abs. 7 SGB VII.



In § 19 SGB XI findet man eine Definition von »Pflegepersonen«. Das sind diejenigen, »die nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürftigen im Sinne des § 14 SGB XI in seiner häuslichen Umgebung pflegen«.



Also es wird keine Mindestdauer der Pflege verlangt und auch keine Pflege, die einen Rentenanspruch rechtfertigt



Formulare zur Meldung eines solchen Unfalls gibt es bei der Krankenkasse





Die Pflegestufen sollen durch 5 Pflegegrade ersetzt werden. Noch ist alles nicht richtig gesetzlich fixiert, aber so wird wohl die zukünftige Einstufung aussehen:



eingestuft:

Pflegestufe 0 = Pflegegrad 1

Pflegestufe 1 = Pflegegrad 2

Pflegestufe 1 + eingeschränkte Alltagskompetenz = Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 = Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 + eingeschränkte Alltagskompetenz = Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 = Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 + eingeschränkte Alltagskompetenz = Pflegegrad 5

Härtefall = Pflegegrad 5





Quelle:

http://www.bhsb.de/files/BHSB-Betreuung%20Zuhause-I-14.pdf



Für die einzelnen Pflegegrade werden insegsamt 100 Punkte vergeben, und danach in die neuen Pflegegrade eingeteilt werden.



1. Mobilität: 10 Punkte

2./3. Kognitiver Status und Verhaltensprobleme: 15

4. Selbstversorgung (Alltagsverrichtungen): 40

5. Umgang mit krankheits-/therapiebed. Anforderungen: 20

6. Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte: 15



(was genau da wie beurteilt wird, habe ich noch nicht endgültig herausgefunden, wird dann aber hier auch gerne eingefügt werden.)



Pflegegrad 1: 15-29 P

Pflegegrad 2: 30-49 P

Pflegegrad 3: 50-69 P

Pflegegrad 4: 70- 89 P

Pflegegrad 5: ab 90 P



Für genauere Einstufung für Pflegegrad 1-3 lest bitte diesen Link:



Weiterführende Infos sind hier sehr übersichtlich zu finden: https://www.yumpu.com/de/document/view/24336633/vortrag-frau-dr-gansweid-ba-1-4-ndnis-fa-1-4-r-gute-pflege/5





Für Pflegegrad 5 ist hier eine ausfühliche Analyse: http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/P/Pflegebeduerftigkeitsbegriff/Teamberichte/AG_2_Team_1_Bedarfskonstellationen__Pflegegrad_5.pdf

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