Dienstag, 29. März 2016

Willkommen in Holland - oder doch Epilepsie

Willkommen in Holland

Stell Dir vor, Du buchst eine Schiffsreise, ua soll sie in Zeebrügge Halt machen und Du planst Ausflüge nach Brüssel, schwelgst schon in Gedanken in Pralinen, besichtigst das Atomium und liest Reiseführer. Und dann heißt es, als Du morgen aufwachst: Willkommen in Holland!

So erging es uns letzte Woche in real und im übertragenen Sinne.

Ich will hier jetzt nicht darauf aufmerksam machen, daß nur einen Tag später wir auch in Brüssel gewesen wären, das fände ich ziemlich pietätlos darauf hinzuweisen. Ich schreibe es nur, weil die Ähnlichkeit zur bekannten „Willkommen in Holland“ Geschichte mich grinsen ließ, als der Kapitän die Durchsage machte, wir fahren nicht nach Belgien, sondern nach Holland.

Worum es mir ging, war daß diese Reise uns noch tiefer im übertragenen Sinne nach Holland katapultierten, als wir sowieso schon waren, weil mein Sohn mit 18 Jahren nach bisher nur sauberen EEGs aus dem Nichts heraus einen epileptischen Grand Mal Anfall bekam.

Darauf hätten wir gerne verzichten können. Jetzt geht die Suche nach einem Neurologen los, die Volljährigkeit macht es nicht leichter.

Klassenfahrt steht an, ich brauch ein Notfallmedikament als erstes.

Gedanken, die ich mir nicht machen wollte.

Kommentare:

  1. Ach Mensch, das tut mir leid. Ich wünsche euch, dass es eine einmalige Angelegenheit bleibt.

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  2. Das braucht man wirklich nicht.

    Und ich wünsche euch auch, dass das nicht der Beginn eines schwierigen Lebensabschnitts wird...

    Unser Sohn bekam ja 5 Jahre nach seinem schweren Unfall den ersten Anfall, nach der Tabletteneinstellung einen zweiten und dritten innerhalb weniger Wochen, dann war 4 Jahre lang Ruhe - der Nachteil war allerdings, dass Junior körperlich sehr nachließ und den körp. Zustand von vorher bis heute nicht wieder erreicht hat.

    Viel schwieriger allerdings finde ich es, damit zu leben, dass wir unter seinen wechselhaften "Stimmungen" (das Wort drückt aber trotzdem nicht seine Befindlichkeit aus) leiden. Dazu kommt, dass er einige Jahre lang etwa 12 nächtliche Anfälle pro Jahr hatte und seit 2012 zusätzlich hin und wieder mehrere am Tag haben kann. Dazwischen liegen aber oft mehrere Wochen.

    Er ist in regelmäßiger neurologischer Kontrolle - und das EEG - naja, es ist wie's ist.

    Hoffentlich hat euer Neurologe eine gute Idee!
    Liebe Grüße sendet elsie

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  3. Das tut mir leid. Nein, das braucht niemand, und leider ist es eine Krankheit die einfach macht was sie will.
    So aus den fast nichts trifft es sehr, das ahne ich. Ja, die Holland-Geschichte passt nun wirklich irgendwie dazu.
    Mir wird gleich ganz anders wenn ich das nun hier bei Dir lese. Wir haben nun 8 Jahre volle Medikamentengabe hinter uns, und nun: seit drei Wochen wird reduziert. Die Angst vor den Anfallen ist ja eh da. Sein Blutbild ist nicht mehr gut ... es muss etwas geschehen. Und wenn nun aber doch genau die Medis die Anfälle verhindern? Niemand kann das sagen, wissen!
    Wir hatten auch das Thema, dass die Kinderneurologin uns schon jetzt bat sich umzuhören. Ab 18 darf sie Robert nicht mehr behandeln. Drei Jahre können schnell vergehen ... und dann?
    Ich wünsche Euch viel Kraft für all das was kommt. Und hoffe mit Euch, dass es eine einmalige Sache war.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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