Montag, 18. Januar 2016

Bürokratie....

... ist das, was meine Kraft raubt, nicht die Behinderung.

Mein Sohn war in den Herbstferien in Kurzzeitpflege, weil wir mit nur 2 Kindern eine Reise machen wollten. Der Große sollte in eine Jugendwohngruppe, der 2. machte ein freiwilliges Praktikum im Büro des Oberbürgermeisters.

Also im September den Antrag gestellt, daß per Eingliederungshilfe der Anteil der Kurzzeitpflege übernommen wird, der den Anteil der Pflegekasse übersteigt.

1. Oktober: Nachfrage nach Unterlagen, Anerkennung der Pflegestufe und Pflegegutachten (wozu eigentlich?). Dieses wurde postwendend dem Landkreis übermittelt. Ebenso eine Schweigepflichtenentbindungserklärung, damit sie direkt mit der Pflegekasse Kontakt aufnehmen können.

Mitte Oktober, die Maßnahme rückt näher... nichts passiert. Nachfrage ergibt, Sachbearbeiterin in Urlaub.

Es passiert nichts.

Mein Sohn geht in Kurzzeitpflege, kommt nach Hause, es wird November.

Am 08.11. bekomme ich die Rechnung der Einrichtung. Noch keine Nachricht vom Landkreis. Also überweisen wir alles und reichen die Rechnung bei der Pflegekasse ein, mit der Bitte den Anteil von 1612 € an uns auszugleichen und uns die Originalrechnung wieder zu überlassen, damit ich diese an den Landkreis schicken kann.

Dieses Anschreiben mit Überweisungsbeleg in Kopie habe ich auch am 08.11. an den Landkreis gefaxt.

Es passierte nichts.

Eine Woche später bekam ich von der Pflegekasse das Geld und die Originalrechnung zurück. Ich rief im Landkreis an, ob sie die Originalrechnung mit dem Auszahlungsstempel der Pflegekasse haben möchten. Antwort war nein, sei nicht erforderlich.

In der ersten Dezemberwoche rief ich erneut beim Landkreis an, fragte nach, ob nach was zur Bearbeitung fehle, was ich noch einreichen könne. Antwort war nein, es liege alles vor. Die Frage, warum denn dann nicht einfach ein Bescheid ergeht, habe ich zunächst noch durch beredtes Schweigen gestellt.

2 Wochen später habe ich geschrieben, daß ich doch irgendwann man gerne einen Bescheid hätte und ich von der Art und Weise der Bearbeitung gelernt habe, daß ich bei zukünftigen Anträgen immer die angemessene Frist abwarten werde, meinem Sohn nicht finanziell beistehe und sofort Eilanträge bei Gericht stellen werde... darauf kam dann Ende Dezember ein Bescheid, daß die Kosten übernommen werden und man direkt mit der Einrichtung abrechne.

Ich erinnerte daran, daß die Einrichtung keine offene Forderungen mehr habe, da innerhalb des Zahlungsziels kein Bescheid ergangen sei und ich keine Lust auf Verzugszinsen hatte, sondern daß das Geld verauslagt wurde und bei uns ausgeglichen werden müsse....

und da warten wir nun - vor 3 Monaten ist mein Sohn in Kurzzeitpflege gewesen. Das ist Sozialhilfe, die sofort zu leisten ist. Klick

Aber was lamentier ich... wir haben ja noch Winter:




Kommentare:

  1. Zumindest der Winter schaut gut bei euch aus.

    Mitdenke Entscheidungsträger wünschend,
    der Micha

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  2. Wunderschön sieht das aus bei Euch!
    Das andere Thema ... könnte ich auch viel dazu sagen. Es ärgert mich oft, wie man "behindert" wird.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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    1. Das ist das eigentliche Ärgernis, was so viel Kraft im Alltag kostet und man noch wie ein Bittsteller behandelt wird, der Almosen erhält, man möge doch bitte dankbar sein und "Kresse halten" ;-)

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  3. Schöne Winterfotos. Sooo weit weg von uns seid ihr gar nicht und hier ist es grau in grau mit vereinzelten weißen Streuseln.

    Ich finde es auch jedes Mal supernervig, dass man sich ewig mit diversen Ämtern / Behörden / Krankenkassen rumärgern muss, nur um Entlastung zu bekommen. Das führt die ganze Sache etwas ad absurdum.

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