Donnerstag, 21. Januar 2016

Besuch zu Hause von Lehrern

Wieso meinen Lehrer von behinderten Kindern sich selbstverständlich rauszunehmen, die Familien zu Hause besuchen zu dürfen, um sich einen Gesamteindruck zu verschaffen.

Wieso wird es so selbstverständlich verlangt, daß wir - nur weil wir ein behindertes Kind haben - auf die grundrechtlich garantierte Unversehrtheit unserer Wohnung verzichten müssen?

Ich persönlich habe solch ein selbstverständliches Verlangen, in unseren geschützen Bereich vordringen zu dürfen, als extrem übergriffig empfunden.

Wie würden die Lehrer schauen, wenn wir einfach einen Termin bei ihnen zu Hause festsetzen würden, um uns einen besseren Gesamteindruck zu verschaffen, wem wir unser Kind anvertraut haben.

Edit: Leider haben wenige der Kommentatoren den Kern des Postings entnehmen können. Es geht nicht, um den Sinn oder Unsinn eines Hausbesuches, sondern darum, daß man mit der Art und Weise der selbstverständlichen Ankündigung ohne Wahlmöglichkeit uns zu Befehlsempfängern degradiert. Daß der Hausbesuch gut gemeint und ggf positiv ist, steht völlig außer Frage. Die Art und Weise des Einforderns ist das Problem und da sollte ein Paradigmenwechsel in der Behandlung der Eltern erfolgen. Ein Vorschlag, die Idee vortragen und Reaktion abwarten. Aber nicht einfordern.

Kommentare:

  1. Hmm, ich denke mal, das ist eher nett gemeint, oder nicht? Als wir unsere Tochter (nicht behindert) im Kindergarten angemeldet haben, wollte die Erzieherin auch die Familie im Vorfeld besuchen. Und auch ich hatte schon Besuch von Lehrern, die damit einfach Interesse bekunden wollten. Andererseits kann ich auch verstehen, wenn du das nicht möchtest. Kannst du das dem Lehrer nicht einfach sagen? Ich denke, ein guter Pädagoge würde das verstehen.
    LG Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Auch Nett gemeintes kann diskriminierend sein. Da ist mein Problem.

      Löschen
  2. Hallo Muschelsucherin, also ich lese schon länger bei Dir und mir schleicht sich da so ein Gefühl ein, das Du immer mehr negativ auffasst als positiv. Du beklagst Dich einerseits darüber das Deiner Situation von Seiten Schule und anderen Einrichtungen zuwenig Bedeutung beigemessen wird, andererseits beschwerst Du Dich wenn sich tatsächlich ein Pädagoge unentgeldlich für Dich, Euer KInd, Deiner Familie interessiert und fühlst Dich fremdbestimmt.
    Möglicherweise hast Du auf einen Terminwunsch nicht reagiert, Du hättest auf jedenfall einen Termin ändern können oder den Lehrer auf der Fußmatte stehen lassen.
    Ich glaube Du siehst nun alles negativ und das kann für Dich in erster Linie und Deiner Restfamilie in zweiter Linie nicht gut sein, allein weil es schlechte Energie fördert, aber das weißt Du ja selber;-) Komm mal wieder zurück zu Deiner fröhlichen Basis, tu es Dir zuliebe.
    Namaste Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Um mich geht es un diesem Fall gar nicht. Interesse ist gut. Bevormundung nicht. Und da wird oft die Grenze Überschriften. Man darf gerne Hausbesuch anbieten. Aber nicht einfordern.

      Löschen
    2. Um mich geht es un diesem Fall gar nicht. Interesse ist gut. Bevormundung nicht. Und da wird oft die Grenze Überschriften. Man darf gerne Hausbesuch anbieten. Aber nicht einfordern.

      Löschen
  3. Petra, es geht doch nicht um positive oder negative Energie in diesem Fall, sondern darum, dass das eine Form von Alltagsdiskriminierung ist. Bei nichtbehinderten Kindern würde kein Lehrer normalerweise auf die Idee kommen, Hausbesuche zu machen, warum auch -? Warum wird das dann bei Familien mit behinderten Kindern ganz selbstverständlich vorausgesetzt und gefordert, dass diese ihren privaten und geschützten Raum mehr oder weniger fremden Menschen öffnet? Mir fällt kein Grund ein.
    Sehr gut geschrieben Muschelsucherin, liebe Grüße, Betti

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Betti ich muß Dir leider widersprechen. 1. als unsere Kinder von der Grundschule in die Orientierungsstufe kamen wurden jedesmal alle Kinder bzw. deren Eltern besucht. Es wurden Termine genannt und wer gar keine Zeit hatte sollte sich melden, ansonsten wurden die Termine von dem Klassenlehrer festgesetzt. Der Lehrer hätte nichts machen können hätte man ihn rundherum abgesagt, aber ich empfand diesen sogenannten Antrittsgruß im Grunde sehr höflich und vor allem individuell. Wenn mir das nicht gepasst hätte, hätte ich rundheraus nein danke gesagt, das hätte die Muschelsucherin und alle anderen, auch Eltern von unmöglichen, unnormalen, gehandicapten,überbegabten unterbegabten und was es sonst noch so für Typen gibt,tun können. Und was mein Eindruck bzw.mein Empfinden ist, muß ja nicht für die Allgemeinheit gelten, für mich kommt es so rüber wie ich es an die Muschelsucherin geschriebn habe, nicht an Dich und nicht an andere.
      Warum auch hattest Du ja noch gefragt. Hm vielleicht hat dieser Lehrer noch eine Vision? Vielleichjt möchte dieser Lehrer noch etwas bewirken. Er wird dahinterkommen das alles was von amtlicherseite angeordnet leichter durchzuziehen ist, als wenn er einfach mal einen möglicherweise pädagogischen Neuansatz ausprobieren möchte.
      Welcome Refugees, kein Willkommen für aufdringliche Lehrer die für mein Kind Interesse zeigen komische Welt ist das geworden.

      Löschen
  4. Da muss ich nochmal einhaken. Doch, auch bei nichtbehinderten Kindern kommen Erzieher oder Lehrer auf die Idee von Hausbesuchen. Vor der Wahl der Oberstufenkurse zum Beispiel, oder wie bereits erwähnt sogar bei der Kindergarten-Anmeldung. Auch die Hebamme hat mich nach der Entbindung daheim besucht. Ich persönlich habe das nicht als übergriffig empfunden, sondern als interessiert. Ich war sogar dankbar dafür. Es hat auch mir die Möglichkeit zu einem individuellen, persönlichen Gespräch gegeben. Aber ich kann es wie gesagt auch verstehen, wenn jemand so ein Gespräch lieber außer Haus führt. Spricht ja auch nichts dagegen. Eine Kommunikation zwischen Eltern und Pädagogen ist wichtig, bei behinderten wie bei nichtbehinderten Kindern. Wo diese stattfindet, ist doch sekundär. Bei so einer Meinungsverschiedenheit hilft nur eine direkte und konkrete Ansage, dass man solche Gespräche nicht in den eigenen vier Wänden haben möchte, wenn dem so ist. Das ist das gute Recht eines jeden. Andererseits sehe ich auch kein Problem darin, bei einem Kaffee oder Tee eine halbe Stunde ganz persönlich und ungestört in meinen eigenen vier Wänden mit dem Lehrer/Erzieher zu sprechen.
    LG Eva

    AntwortenLöschen
  5. Stimmt,Eva.
    Also ich hab das auch schon gemacht, wollte was reinreichen, was verrgessen wurde. Ging mir genauso wie der Lehrerin von Muschelsuchers: "waswilldiehierwirbrauchenkeinekontrolle" - ich war schockiert. Würde mich ja bei Eltern von Gesundlingen auch nicht vorher anmelden, wenn ich was bringe - oder was fragen will.
    Mich hat das kurz an Verfolgungswahn erinnert. Weil einen eh schon immer alle so anschauen, muss das jetzt auch so sein.
    Da half auch der Hinweis auf meine verstorbene Älteste nicht.
    Tür zu und beleidigt.
    Muschelsucherin, vielleicht hast du eine Perle nicht erkannt???
    Schade.

    Anna

    AntwortenLöschen
  6. Ich kann das nicht bestätigen.
    Bei meiner gesunden Tochter bekamen wir wede vom Kiga, noch Grundschule oder weiterführender Schule Hausbesuche. Warum auch?
    Ich mache ja auch keine Hausbesuch bei den Lehrern, um mir anzusehen, wer da auf mein Kind "losgelassen" wird.
    Anna, etwas reinreichen ist ein ganz anderes Thema, als Hausbesuche, um sich die Umgebung des Kindes anzusehen.

    AntwortenLöschen
  7. Ich möchte sie auch nicht!
    Die neue Schule macht keine Hausbesuche. Bei unseren fünf älteren Kindern gab es keine Hausbesuche!
    Damals der Kindergarten, dann die Grundschulstufe schon. Es war mir lästig, ich fühlte mich nicht wohl und der Robert-Vater auch nicht
    Muschelsuchererin ich versteh Dich sehr, sehr gut!
    Schönes Wochenende
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  8. Wurden denn nur die Familien mit behinderten Kindern besucht?
    Denn das wäre für mich schon sehr befremdlich.....
    Ich kenne das bei uns auch, in der 5. Klasse werden alle Kinder zu Hause besucht, weil die Lehrer gerne die ganze Familie und die Kinder privat kennenlernen wollten.
    Uns wurde im Gegenzug angeboten, die Lehrer zu Hause zu besuchen.
    Ich fand es eigentlich ganz nett, mal so privat....

    Gruß Simone

    AntwortenLöschen
  9. Na, da hat sich ja was Spannendes entwickelt, liebe Muschelsucherin. ;-)

    Da Dich mein Gemecker über übergriffige Lehrer zu diesem Posting angestiftet und bei Dir schlechte Erinnerungen geweckt hat, beziehe ich die Kommentare mal direkt auf mich.

    Sehe ich alles negativ? Habe ich schlechte Energien? Wo hält sich meine fröhliche Basis auf? Und dann ist da noch die Sache mit dem Verfolgungswahn... Und die Lehrer haben nach über 10 Jahren Berufserfahrung noch Visionen?

    Da muß ich schmunzeln. Wenn Du und ich alles nur negativ sehen würden, dann hätten wir keinen Blick auf schöne Dinge, sei es eine hübsche Handarbeit, ein Baum mit Raureif in der Sonne oder die Dankbarkeit, wenn unsere behinderten Kinder liebevoll betreut werden und mit den Hilfsmitteln mal alles reibungslos klappt.
    Unsere schlechten Energien müßten schon alle Menschen in unserer Umgebung vertrieben haben, denn wer will schon von unserer schlechten Laune angesteckt werden?
    Und ohne fröhliche Basis (nach dem ersten Kaffee am Morgen) würden wir wohl kaum so oft herzhaft lachen - und das nicht nur, weil Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

    Über den Verfolgungswahn hingegen werde ich nochmal nachdenken. Womöglich stehen die Lehrer in den nächsten Tagen doch noch vor der Tür... *hahaha*
    Zumindestens glaube ich nicht, daß aus meinen Steckdosen irgendwelche Abgase in die Wohnung geleitet werden - obwohl es flackert, wenn man eine Kerze davor stellt. Toi toi toi - Auf den Strahlenauffangschirm klopf!

    Und zu den Lehrern mit Visionen halt ich es mit Helmut Schmidt: Die sollen zum Arzt gehen.

    Der Punkt ist doch folgender:
    Man lädt sich nicht irgendwo selber ein. Und wenn man dezenten Gegenwind bekommt, dann fängt man den Ball auf und lenkt ein. Und kündigt nicht stattdessen einen großen Staatsbesuch an.

    Wenn Du damals oder ich heute einfach freundlich gefragt worden wären, ob das Gespräch in der Schule oder zuhause stattfinden soll, dann gibt es eine Wahlmöglichkeit. Und wenn begründet wird, warum es vielleicht sinnvoll sein könnte, es zuhause abzuhalten (mir fällt immer noch kein Grund ein!), dann möchte ich immer noch gefragt werden, ob der Hausbesuch für mich okay wäre! Vor vollendete Tatsachen lasse ich mich nicht stellen.

    Ich habe zu dem Thema diverse Eltern in meinem Umfeld befragt. Keine der Personen hat jemals einen Hausbesuch erlebt. Weder im Kindergarten noch in der Schule - und sie waren alle froh drüber.

    In diesem Sinne: Schnaps ist Schnaps, ein Jahresgespräch mit einem Mitarbeiter wird auf der Arbeit geführt und Gespräche mit Lehrern in der Schule - jedenfalls in meiner Welt.
    Basta.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Andrea - vielleicht ist es jetzt einfach mal an der Zeit, dein Wahrnehmung zu überprüfen in welcher Welt du lebst.
      Merk doch endlich mal, dass dein Käse nicht auf einer Pizza liegt. :-P ;-)

      Löschen
    2. Liebe Andra
      vielleicht ist es jetzt einfach an der Zeit deine Wahrnehmung zu überprüfen und mal genauer zu schauen in welcher Welt du eigentlich lebst.
      Sie doch endlich ein, dass dein Käse nicht auf einer Pizza liegt. Dann ist das alles viel einfacher :-P ;-)

      Löschen
    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    4. Ja, jetzt sehe es doch endlich ein, Andrea ;)
      Lehrer haben immer recht ;)

      Löschen
  10. Liebe Andrea,
    sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht.
    Da ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Ich bin auch, trotz behindertem und gesundem Kind, weiterhin eine positive, fröhliche Person.
    Und das, obwohl ich keine Lehrerhausbesuche möchte.
    Und schon gar nicht aufgezwungen.

    AntwortenLöschen
  11. Sehr gut geschrieben, ich bin absolut bei Andrea. Und füge noch hinzu : warum wird uns eigentlich lieber eine zu negative Einstellung unterstellt, anstatt den ernsthaften Sinn von diesen eingeforderten Hausbesuchen mal näher unter die Lupe zu nehmen? Was sieht ein Sonderpädagoge Zuhause bei seinem behinderten Schüler, was für ihn essentiell für die schulische Förderung ist? Das ist für mich die zentrale Frage, die mir bislang konkret noch niemand beantworten konnte.

    AntwortenLöschen
  12. Was ICH als Sonderpädagogin (muss ja nicht für alle stimmen) zu Hause sehen kann (wenn man mich lässt :-) ):
    - gibt es andere Hilfsmittel/Möglichkeiten für ein nicht-mobiles Kind (das sich nicht sprechend mitteilt, dessen Eltern auch auf wiederholte EInladung nicht zu einem Gespräch in die Schule kommen - muss nicht Eltern = Muschelsucher und ander hier im blog sein), die ich nutzen könnte, auf die ich noch nicht gekommen bin (konkret: einmal in einem Privathaushalt ohne Lifter eine coole Methode mit unterschiebendem Drehhocker gesehen - und mich gleich von der Mama einschulen lassen :-) - soviel zu LehrerInnen haben immer Recht)
    - Anregungs- und Wahrnehmungskanäle, die wir in der Schule nicht genutzt haben bisher, an die das Kind aber z.B. gewöhnt ist
    - Situation beim Essen (--> Ganztagsschule) - warum geht zu Hause, was bei uns nicht geht, bieten wir vielleicht zu lange etwas an, wird zu Hause schneller sondiert...haben wir zuviel Ehrgeiz dabei und stressen das Kind
    - wie ist die Situation beim WC-Training (sensibler Bereich, in dem Änderungen sehr ungern akzeptiert werden.)
    Und für mich hat das Ganze wenig mit "Kontrolle" zu tun, mehr mit der Vermeidung von Versorgungs-Brüchen (nicht auf die Knochen und die Nerven bezogen und auch nicht auf unseren Kopf :-) )

    Ich würd das alles entspannter sehen, von allen Seiten.
    Lass mich auch gern am Arbeitsplatz einschulen von den Eltern - aber es kommen längst nicht alle. Und die wenigstens gern und ein zweites Mal und so weiter....

    LOG Anna

    AntwortenLöschen
  13. also ich würde auch nicht wollen, dass irgendjemand sich einfach bei mir zuhause einlädt. Davon habe ich auch, gottseidank noch nie etwas gehört bis jetzt.

    AntwortenLöschen