Sonntag, 22. November 2015

Hollywood is calling

Alles fing mit einer kleinen PN auf Facebook an mich an, die mich als einer der Admins unserer Elterngruppe der Förderschule auf FB erreichte.

Creaclic schrieb mich an und bat um Verbeitung bei den Eltern bezüglich dieses Projektes:

Inklusives Filmprojekt in Cuxhaven

Projektzeitraum: seit November 2015, fortlaufend



Mit einer Gruppe von sechs Menschen mit und sechs Menschen ohne Behinderung dreht das Team von Creaclic im Sommer 2016 einen Kurzfilm!

Grundlage für den Film sind die Charaktere, die zu den Teilnehmern passen und deren eigene Ideen. Die Story steht noch nicht fest, denn das Drehbuch wird im Dezember 2015 erst auf Grundlage der Zusammenarbeit der Teilnehmer und ihren Ideen, geschrieben.In diesem Film wird es nicht vordergründig um das Thema "Inklusion" gehen. Es wird eine ganz "normale" Geschichte erzählt. Aber gerade dadurch, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ein ganz "normales" Abenteuer bestehen, wird sich intensiv mit Inklusion auseinandergesetzt: Denn dort geht es ja genau darum: gemeinsam das ganz „normale“ Leben leben! Denn in einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein!

Link Klick


Ich dachte bei mir, ok, es werden mal wieder der geistig fitte Junge im Rollstuhl und das ewig lächelnde Mädchen mit Down Syndrom gesucht, die wunderbar mit einer Gruppe anderer Kinder harmonieren - Klischee eben, das, was immer wieder im Zuge der Werbung für Inklusion vorgespielt wird und die Wirklichkeit für uns Betroffene mit nicht bequem zu inkludierenden Kindern umso schwerer macht.

Deswegen habe ich nicht einmal mit meinem Sohn darüber gesprochen, lediglich wie versprochen weitergeleitet und fast wieder vergessen.

Jedenfalls bis ein paar Tage später der Lehrer meines Sohnes anrief, daß der Herr von dem von mir weitergeleiteten Projek gerade in der Schule sei und seine Planung vorstellte und in den Abschlusstufen Schauspieler suchte. Man habe auch schon einen kleinen Film gedreht und der erste, der unbedingt mitmachen wollte, sei mein Sohn gewesen.

Ich fiel fast vom Stuhl. Unglauben, daß mein Sohn das will und Unglauben, daß man ein nicht reinen Sonnenscheinbehinderten für ein solches Projekt nimmt. Hut ab vor dem Filmteam und meinem Sohn.

Zweimal hat jetzt schon das Kennenlern - und Schauspielprojekt stattgefunden und mein Sohn ist begeistert. Geistig angeregt und sehr kommunikativ im Anschluss. Das scheint genau sein Ding zu sein.

Die Schulleiterin, die das letzte Mal die 5 Kinder unserer Schule ins Haus der Jugend begleitete, staunte nicht schlecht, wie sich die 5 nach 7 Stunden Schule 3 weitere Stunden konzentrieren konnten und alle Anweisungen inklusive Fremdwörtern umsetzten.
Leise stöhnte sie, würden sie in der Schule so gut mitarbeiten....

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Gedreht wird in den ersten 3 Wochen in den Sommerferien - ein Kurzfilm auch im Kino zu sehen.



Kommentare:

  1. Klingt sehr spannend. Ich hoffe, wir bekommen den Film dann irgendwo zu sehen.

    Und ich finde es sehr schön, wenn es mal kein "Vorzeige-Behinderter" ist. Mich nervt nämlich auch tierisch, dass es als Behinderte in Film und Fernsehen immer nur unheimlich sympathische Rollifahrer oder eben Menschen mit Down-Syndrom gibt.

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    1. Wenn es irgendwo einen Link gibt, werde ich es hier posten - es wird ein Kino Kurzfilm - eher was für VHS Kinos oder Schulen denke ich...

      Und gerade dieses Abweichen von den Vorzeigebehinderten finde ich super.

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