Freitag, 24. Januar 2014

Inklusion in Reinkultur?

In einem Elterngespräch wurde angedeutet, daß mein kleinster Sohn einen hörgeschädigten Mitschüler ärgere. Irgendwie konnte ich mir das nicht so recht vorstellen, weil es einerseits für ihn Alltag und Normalität ist und er andererseits hinsichtlich Diskriminierung durchaus sensibilisiert ist.

Ich sprach ihn auf diese eine vom Vater des betroffenen Kindes beobachtete Situation an - mein Sohn und sein Freund haben Grimassen geschnitten.

Mein Sohn bejahte das auch alles, das sei alles so richtig.

Als ich dann zu dem üblichen Sermon... Rücksicht auf Behindterte und nicht ärgern usw... anfing, schaute mein Sohn mich völlig entgeistert an und sagte, wir haben ihn doch nicht geärgert, weil er behindert ist, sondern weil er genauso doof wie M. und A. zu uns gewesen ist, das hat doch nichts mit der Behinderung zu tun.

Letztendlich ist im Kopf meines Kindes selbstverständlich angekommen, alle Kinder gleich zu behandeln. Das ist doch eigentlich auch gelebte Inklusion, oder? Oder muß da eben doch immer noch ein besonderer Schutzraum geboten werden, weil ja jedes normale Ärgern wie es auf dem Pausenhof überall vorkommt, sofort als behinderungsbedingte Anfeindung gewertet werden kann?


Kommentare:

  1. Das ist so wahr und so gut gemacht von Deinem Sohn! Aber wie geht es nun weiter. Genau seine Antwort sollten nun die Grossen erfahren, und hoffentlich auch verstehen, oder?
    liebe Grüsse und ein schönes Wochenende
    Elisabeth

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  2. oh, das find ich doch gut. Dürfen Behinderte Menschen nicht auch doof sein?
    Klar doch! Ich finds jetzt richtig gut von deinem kleinsten! Ja, so stell ich mir Inklusion vor.

    Bei uns war hier etwas Aufregung. Niklas hatte nach der zweiten Hüft OP hohes Fieber. Es scheint besser zu werden. Die Mandeln entzündet.... sowas braucht man nicht, gleich nach einer OP..... ich hoffe, das war´s und es ist nicht doch eine Entzündung.....
    lass dir liebe Grüsse hier,
    Tanja

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