Dienstag, 18. Juni 2013

Ohren OP geschafft ...

Auch das zweite Mittelohr wurde jetzt rekonstruiert. Das war notwendig, weil unsere Tochter nie eine ausreichende Belüftung des Ohres hat. Die Eustach´sche Röhre ist nicht voll funktionsfähig und die Belüftung durch Röhrchen kam Jahre zu spät, weil ich zwar zwischen KiA und HNO hin un her gependelt war, aber einerseits als hysterische Mutter abgetan wurde oder andererseits mir durch die Blume zu verstehen gegeben wurde, daß wenn schon ein deppertes Kind in der Familie sei, ich doch keine normale Sprachentwicklung bei meiner Tochter erwarten dürfte.

Auf den CT Bildern wurden mir Areale gezeigt, die sich mangels Belüftung niemals richtig ausgebildet haben.

Jedenfalls wurden beide Ohren jetzt operativ im "Evangelischen" in Oldenburg umgestaltet. Amputationen und Prothesen waren nicht erforderlich. Alles konnte körpereigen umgestaltet werden. Das geht aber mit vielerlei Knorpelumsetzungen einher, was doch einiges an postoperativen Schmerzen bedeutet.

Medizinisch haben wir uns sehr gut aufgehoben gefühlt, es ist ein sehr schönes Krankenhaus.

Leider ist es bei mir so, daß ich nach so langen Aufenthalten in Krankenhäusern auch wenig Stresstolerant gegenüber anderen Eltern und Mitpatienten bin. Und auch gegenüber der Mitaufnahmepolitik der Krankenhäuser.

Es geht nicht, daß einerseits die Versorgung der Kinder ohne mitaufgenommene Eltern letztendlich wegen Personalmangel nicht gewährleistet ist. Diese Erfahrung mußte ich ja schon machen und kostete unseren Großen ja fast das Leben. (Anderes KH, andere Krankheit - aber selbes Gesundheitssystem) Aber dann den Müttern das Gefühl gegeben wurd, es sei eine Gnade, daß sie auf Liegen irgendwo zwischen den Krankenbetten gequetscht schlafen dürfen. Nur zur Klarstellung: Ärzte und Schwestern waren super. Sie können ja nichts für diese komischen Entscheidungen der Verwaltung.

Anderen Eltern wurde gesagt, man könne nicht auf ihre Kinder achten, während sie mal zum Rauchen raus gingen. Was denn nun - Pflegehilfskraft? oder nur geduldet und eigentlich überflüssig?

Verpflegung könne man sich bitte selber kaufen als mitaufgenommene Eltern. 1 Scheibe Wurst: 50 Cent. Kaffee 1,70 €, Brötchen 50-70 Cent, Butter 30 Cent usw.... Ok, war ein Netto in der Nähe und ein Elternkühlschrank in einer wirklich schönen Elternküche da. Auch ein Edding, um die Nahrungsmittel zu beschriften. Dennoch hielt diese Beschriftung andere Eltern nicht davon ab, zB meine Milch einfach zu nutzen. Mein Nachname hat 14 Buchstaben, den kann man einfach nicht übersehen, wenn er mit dickem Edding geschrieben ist.

Und warum ist es in JEDEM KH oder JEDER Rehaeinrichtung so, daß es ein paar Eltern gibt, die Tassen und Teller abwaschen und wegräumen und dann einige, die jeden Dreck und Müll einfach irgendwo stehen lassen? So daß man die Lust verliert?

Warum muß ein 12 jähriges Mädchen mit einem 3 jährigen Jungen in ein Zimmer? Warum mußte uns das Los treffen? Die Toilette wurde immer vollgepinkelt, nie gespült, Hälfte war auf dem Rand und dem Boden davor. Gurgellösung überall im Badezimmer verteilt und verspritzt. Eispapier, Kaffeetassen, Gläser, Flaschen überall im Zimmer verteilt. Zuckrige Flüssigkeiten wurden mit Straßenschuhen zu Dreckstrassen auf dem Fußboden.

So daß die Putzfrau rückwärts wieder aus unserem Zimmer raustaumelte und mich anmaulte, ich solle erstmal grundlegend für Ordnung sorgen - MEIN Dreck war das aber nicht.

Ganz anders wurde mir dann, als meine Tochter mich dann fragte, wie es denn angehen könne, daß unsere Zimmermitbewohner immer mit trockenen Händen aus dem Badezimmer kämen, wenn sie doch gar keine Handtücher da hängen haben. Ob sie wohl unsere benutzen oder sich gar nicht erst die Hände wüschen. Und wie das denn wohl nach dem Duschen war.

Boah ist es mir da anders geworden.

Böse war ich dann nicht, daß der Aufenthalt jetzt (Budgetgeschuldet) nur noch 4 Tage postoperativ war und nicht mehr wie noch im Okt. 7 Tage. Denn viel länger hätte ich dann auch den kurdischen Wahnsinn in unserem Zimmer nicht mehr mitmachen wollen. Ich werde nicht jünger und diese Art des Campingfeelings brauche ich wirklich nicht mehr.

Wir sind jetzt also wieder zu Hause. Nächste Woche wird die Tamponade aus dem Ohr entfernt und Ende August können wir dann sehen, wie sich das Hören verändert hat. Dann haben wir einen Kontrolltermin in Oldenburg.

Kommentare:

  1. Mir fehlen die Worte...

    Viel Geduld wünscht dir
    Elisabeth

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    1. Ich versteh es auch nicht, daß Einzelzimmer nicht eher die Regel werden.

      Liebe Grüße

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  2. Oh man,erstmal schön das deine Tochter die OP gut überstanden hat.
    Dann zum Krankenhaus....da ich ja selber erst im November mit unserer Pflegetochter zur Herz OP im Krankenhaus war weiß ich wie schrecklich diese Zustände in Krankenhäusern sein können.
    Wir hatten ja das Glück das wir ein Einzelzimmer bekommen haben und das mitten in der Nacht.Da unsere Pflegetochter randaliert hat.Sie schläft nur zuhause,sie kann nur im dunkeln schlafen.Du weißt ja das sie eine Behinderung hat,damit waren Pflegepersonal und Ärzte überfordert.Sie bekam auf dem Tablett Mittagsessen den als damals fast 2 J.kann man doch essen.Nein kann sie nicht!!! Ich wurde mitaufgenommen,klar und musste meine Versichertenkarte mitabgeben zum abrechnen.So bekam ich auch essen.Jedoch wurde ich nie gefragt was?Da ich so gut wie kein Fleisch esse undkeine Wurst bekam ich das natürlich auch.Ich konnte garnicht erst wählen.Für unser kleines Mäuschen musste ich jedes mal bitten und betteln um eine Flasche zu bekommen oder pürrierte Nahrung.Nach der OP randalierte sie im Bett bis zum Abend,ich sollte aufpassen das sie sich die ganzen Kabel nich abriss,denn sie war ja am Monitor angeschlossen.
    Totale Überforderung mit Behinderten Kindern,ich war sowas von begeistert.
    LG
    Nicole

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    1. Ohja, das kenn ich auch. Mit behindertem Kind ist das noch immer besonders spannend.

      Dabei waren es ja oft spezialisierte Stationen für Neuroorthopädie, also mit meist behinderten Kindern. Dennoch schafften sie es in der Seeparkklinik, die Medikamente einem schwerbehinderten Kind einfach auf den Nachttisch zu stellen. Schade nur, daß er eingegipst war von Füßen bis Rippe und da nicht ran kam.

      Manchmal kann man nur mit dem Kopf schütteln....

      Liebe Grüße

      Im Annastift in Hannover habe ich auch ein eigenes Bett und Essen bekommen, bei Sohn und Tochter.

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  3. Schön, das ihr wieder zuhause seit. Schlimm ist es, allerdings was ihr erlebt habt. Aber ich kann sagen, das es uns schon ähnlich ging. Der erste Aufenthalt in der Uniklinik MS war super. Da hatten wir Glück mit den Zimmernachbarn. Der Zweite war zunächst etwas schwierig, denn meine Bettnachbarin war gelinde gesagt sehr schwierig. Aber die Nachtschwester hat das gecheckt und sie samt Kind in ein anderes Zimmer verfrachtet, so mussten nicht wir darunter leiden, das die anderen sich nicht benehmen können.

    Ansonsten kann ich sagen: das ist immer und überall so. Einige können sich benehmen und ihren Dreck weg räumen. Einige wissen, das man sich die Hände zu waschen hat und die anderen machen es einfach nicht. Denen ist es auch egal, was andere darüber denken.

    Mir ist das aber egal. Ich mache das nämlich nicht so und PUNKT. Und ich glaube, ich hätte einer Schwester meine Meinung dazu gesagt. Geht ja mal gar nicht. Da wäre ich auch nicht mehr gut zufrieden gewesen.

    Liebe Grüße und gutes zuhause ankommen
    Andrea

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    1. Krankenhäuser sind immer wieder für Sozialstudien gut - nur mag ich nicht immer mittendrin leben ;-).

      Ich bin froh wieder hier zu sein und werde wohl - sollte es zu einem nächsten Mal kommen - Einzelzimmerzuschlag zahlen. Oder mich in einer Pension einmieten in der Nähe und eben nur Besuch sein. Dann aber auch klingeln, wenn meiner Tochter schlecht ist und nicht die Spuckschale halten ;-)

      Ich habe nach den inwzischen über ein Jahr dauernde Erfahrung im KH meine Art damit umzugehen, ich halte mich kaum an Regeln, also wir brechen immer aus dem Krankenhaus aus und verbringen sobald es irgend geht, die Tage außerhalb des Zimmers.

      Würden wür das nicht tun, wäre ich wohl nicht hier, sondern in der Psychiatrie.


      Liebe Grüße

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  4. Krankenhausgeschichten könnte ich auch beisteuern- und bei weitem nicht nur schöne, aber aus momentanem Zeitmangel lasse ich nur mal liebe Grüße hier.

    elsie

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    1. Dein Tasche wurde so sehr bewundert - noch nie habe man eine so kunstfertig angefertigt gesehen - und Recht haben sie.

      Liebe Grüße

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  5. Ich freu mich auch ersteinmal, dass alles medizinisch gut verlaufen ist. Schön, dass Ihr wieder zu Hause seid! Noch weiterhin "alles Gute" für Deine so tapfere Tochter.
    Was Du da berichtest ist schrecklich. Was haben wir da Glück mit der Kinderklinik in Landshut. So oft war Robert schon dort, noch nie gab es Negatives zu berichten. Ich wünsche den Kindern sehr, dass es dort auch so bleibt.
    In München hatten wir 2 ähnliche Erfahrungen wie Ihr, in einer Kinderklinik mit sooo grossen Namen! Beim 2.Mal bin ich fast geflüchtet mit dem so richtig kranken Kind. Traurig, dass es das gibt.
    liebe Grüsse und hoffentlich ganz viel Erfolg durch die OP
    Elisabeth

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    1. Schwestern und Ärzte waren super - alle können ja nichts für die komischen Mitaufnahmebedingungen, die werden ja von der Verwaltung festgelegt.

      Und für oder gegen Mitpatienten der schlimmsten Kategorie kann man nunmal nichts tun und irgendeiner zieht halt das große Los.

      Liebe Grüße

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  6. ohje, schön das ihr es überstanden habt.
    Und so tolle Spitalgeschichten habe ich auch massenweise, besonders aus der hiesigen Uniklinik
    die bisher "schönste" ich war angemeldet mit der Nudel auf der Früchenstation, stand da Stundenlang rum weil kein Zimmer frei war.
    Irgendwann gab man mir die Monitoreinstellungen und schickte uns heim
    Eine Woche später sollten wir wieder kommen, ich rief morgens auf Station an um nach zu fragen ob Zimmer frei wäre, ja ja alles ist vorbereitet
    ja tatsächlich als wir kamen war das Zimmer frei nur leider kein Bett grrrrr
    irgendwann kam dann dieses und Stunden später auch ein Monitor nur war dieser leider kaputt und ich lies mir unseren von zu Hause bringen
    die Überwachung machte ich dann selber, weil keiner Zeit hatte und als ich mal duschen gehen wollte, sollte eine Schwester Lotte übernehmen, da bekam ich zur Antwort " das geht nicht, es sind alles Frühchen auf Station wenn sie jetzt Lotte nimmt hätte sie danach die Seuche (DS) auf Station"
    so schnell war ich noch nie aus einer Klinik verschwunden
    Liebe Grüsse
    Beatrice

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    1. Meine Eltern waren auch ungläubig als ich sagte, daß ich kein Kind mehr alleine auf irgendeiner Station lasse.

      Aber die Pflege ist nunmal nicht mehr sichergestellt. Da kann sich kein Kind wehren. Wenn es uns Eltern doch schon solche Kräfte kostet.

      Unglaublich - sollen da Chromosomenverdoppelungen durch Tröpfcheninfektion verbreitet werden.

      Liebe Grüße

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  7. Ich bewundere wie du das alles meisterst und schaffst! Und ich freu mich dass die OP gut gelaufen ist, und wenn sich dadurch die gewünschten Erfolge zeigen ist der Rest irgendwann "Geschichte"

    lg Kristin

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    1. Den Erfolg werden wir erst später wissen, aber bisher sieht es gut aus.

      Liebe Grüße und Danke für Deine Worte.

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