Sonntag, 7. April 2013

Von Sonnenschein und flüssigem Sonnenschein

Sonnenschein und flüssiger Sonnenschein liegen auf Madeira nach meinen Erfahrungen nah beieinander. Wie kann das Wetter auf eine Insel mit einer Fläche wie Hamburg an verschiedenen Orten so dramatisch unterschiedlich sein.

Wir sind früh aufgestanden, weil wir viel Zeit für die Insel wollten und ich unser Mietauto auf einem offiziellen Hafenmitarbeiterparkplatz abgestellt hatte und vor seiner Ankunft zur Arbeit verschwunden sein wollte. Ich, weil mein Mann seinen Führerschein und den Perso nicht mit hatte, als wir überraschend das Autzo anmieteten. Also mußte und durfte nur ich fahren.

Als wir früh aufbrachen schien die Sonne, was sich dann aber veränderte, sobald wir in das bergige Landesinnere abbogen:

Ostern 2013

Auch auf der anderen Seite der Insel war das Wetter eher grau:

Ostern 2013

Wenn man sich fragt, wieso Portugal ein Finanzproblem hat, könnten die vielfältigen Straßenarbeiten auf Madeira einen Hinweis darauf geben, wie sehr sie sich übernommen haben. Für so wenige Inselbewohner wurde eigentlich die Insel komplett untertunnelt. Wenn man dann bedenkt, wieviele Menschen hier von Autobahnen profitieren könnten, wie die sterblichkeit sinken könnte und diese hier in Jahrzehnten nicht verwirklich werden, dann gibt das schon zu denken.

Vor einigen Jahren sind wir noch auf diesen Straßen gefahren:

Ostern 2013

Nur ein paar Kilometer weiter, sah das Wetter schon wieder so aus:

Ostern 2013

Ostern 2013

Ostern 2013

In der Entfernung hingen noch die Wolken:

Ostern 2013

Die Kinder jubelten, das haben sie noch nie in freier Wildbahn gesehen.

Ostern 2013

Ebenso wurde jeder Zitronenbaum, jeder Orangenbaum, jede Bananenstaude jubeln bewundert. Immer wieder die Frage zu der generellen Vegetation: Sind das nicht eigentlich Zimmerpflanzen? Ja, bei uns schon...

Der Blick nach links:

Ostern 2013

Der Blick nach rechts:

Ostern 2013

und der Blick nach unten:

Ostern 2013

Im Landesinneren fuhren wir durch die Wolken, dichtester Nebel auf engen gewundenen Straßen voller Kühe und umgekippter Bäume.

Nur ein paar Serpentinen weiter unten hatten wir dann schon wieder diesen Blick:

Ostern 2013

In Anbetracht des Windes denken wir ein wenig mit mulmigen Gefühl an die Überfahrt nach Afrika, die vor uns liegt. Dankbar sind wir aber, daß wir nicht auf dieser Nußschale, ein original Nachbau der St. Maria von Columbus, in See stechen müssen:

Ostern 2013

Um mal einen Größenvergleich zu bekommen - beide Schiffe in gleicher Entfernung:

Ostern 2013

Und damit ist er bis nach Amerika gekommen. Beeindruckend.

Wieder zurück auf dem Schiff hörten wir die Geschichte einer Gruppe von Teens, die schon mehrfach durch schlechtes Verhalten aufgefallen war. Sie hatten wohl auf Madeira Alkohol gekauft und in Wasserflaschen abgefüllt. Aber die Sicherheitsoffiziere machen den Job auch nicht seit gestern und schauen genauer hin, wenn 16 Teens, alle mit geöffneten aber vollen Wasserflaschen an Bord kommen.

Jedenfalls mußten die Eltern an die Gangway usw. Mein Sohn fragte mich, was ich gemacht hätte, wenn er dabei gewesen wäre...

Ich schmunzelte und sagte, ich hätte seine Flasche genommen, wäre mit ihm erneut an Land gegangen, hätte ihn seinen von ihm gewünschten Alkohol trinken lassen und an eine dank der hohen Wellen vielversprechende Überfahrt gedacht, die sicher dafür gesorgt hätte, daß er so schnell keinen Alkohol mehr wolle:

Ostern 2013

Mein Sohn sagte dazu nur: Du würdest das echt tun, oder?

Ja, würde ich ;-)

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Ja, echt ;-)

      Natürlich kontrolliert!

      Liebe Grüße

      Löschen
  2. Wenn ich da an meine Azubi-Zeit vor mehr als 20 Jahren zurückdenke... Eine Mit-Azubine hat sich jedesmal, wenn wir ausgegangen sind, so abgefüllt, daß sie in der Nacht dann über'm Klo hing. Es hat sie nicht gehindert, beim nächsten Mal genauso zuzulangen...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ein Versuch ist es wert - in frühen Jahren :-)

      Liebe Grüße

      Löschen
  3. Wundervolle Bilder! Ich möcht auch mal nach Madeira.
    Wegen dem Alkohol: das wär glaub ich, die einzige Reaktion die sich einprägt. Und möglicherweise eine positive Wirkung zeigt :)
    Deine Kinder kennen dich gut. Vielleicht hilft die Drohung alleine ;)
    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Leider ist Madeira mit Rolli nur begrenzt zu erobern. Ein Auto, in das J. hätte einsteigen können und ein Rolli gepasst hätte, hätte ich dort nicht fahren wollen.

      Ich mach ja einiges mit, aber irgendwo ist dann auch meiner Abenteuerlust eine Grenze gesetzt ;-)

      Aber ansonsten loht es sich total -gerade wenn man Freute an Blumen hat. Ich kann sie nur so schlecht fotografieren.

      Liebe Grüße

      Löschen
  4. Du fotografierst doch super. Oder meinst Du nun nur die Blumen in der Nähe?
    Die Bilder sind teilweise richtig beeindruckend, das macht wirklich Lust auf Urlaub und mal was anderes sehen. Wobei ich schon lächeln musste, denn Ihr habt ja tatsächlich das Meer vor der Haustür.
    Da haben wir die Berge und ... ganz ehrlich. Wir machen wenn überhaupt dann in den Bergen Urlaub. Komisch, oder? Doch nun muss das Meer mal sein, Susanne redet schon nichts anderes mehr.
    Das Thema Alkohol ... ich hab es ja schon hinter mir bei den Grossen. Und, ich hab einen richtigen Absturz eines Kinder erlebt. Da war ich nicht da, das Kind bei einer Freundin und die haben dann zu dritt "gefeiert". Die Mama der Freundin hat mein Kind ins Krankenhaus bringen lassen weil es so schlimm war. Ich kam nach Hause, der Anrufbeantworter blinkt und dann ein Schreck. Auf in die Klinik .... das war meinem Kind sooo peinlich. Die Fragen dort, und dann musste ich auch noch erklären wo ich war. Gut, dass eigentlich gut gesorgt war fürs Kind, ich hatte ein gutes Gewissen ... und stell Dir vor was mein Thema bei dieser Fortbildung war, wegen der ich weg war: "Probleme mit pupertierenden Jugendlichen!", ja, auch das Thema Alkohol wurde durchgearbeitet.
    Dieses eine Kind (ich schreib lieber nicht öffentlich welches es war!) hat nie mehr so übertrieben. Und noch heute ist das peinlich wenn das Thema drauf kommt. Und die grosse Freundin die damals aufgepasst hat war Jahre später zu ihrem Kleinsten auch so: "Probiere, ja, gleich noch mehr." Das hat gewirkt, das war dem Buben zu grässlich. Ein doofes Thema .... ist ja nicht ungefährlich, der Alkohol.
    so, nun wünsche ich Dir noch eine gute Woche
    liebe Grüsse
    Elisabeth
    (die Doku über Autismus war nicht so wie ich es erwartet habe!)

    AntwortenLöschen
  5. Wunderschöne Bilder, ein interessanter Bericht.
    LG
    Elly

    AntwortenLöschen