Samstag, 19. Januar 2013

eine abgebrochene Nadel im Zeh

Gestern waren wir beim Chirurgen, der dann auf dem Röntgenbild eine abgebrochene Nadel im Zeh mit Knochenkontakt entdeckte. Den oberen Teil der Nadel hatten wir ja schon entfernt, aber nicht damit gerechnet, daß da dann noch so viel (mehr als 1 cm) drin saß.

Eigentlich ging dann alles recht schnell, Spritze, Schnitt, tieferer Schnitt und schon schoß die Nadel von alleine, durch den Druck des Eiters, wohl raus.

Jetzt ist es verbunden, Kind bekommt Antibiotika und wir hoffen auf endgültige Heilung. Impfschutz ist ja aufgefrischt.

Dennoch ist es immer besonders mit einem besonderen Kind zum Arzt zu gehen.

Die Praxis ist in einem Altbau im Hochpaterre, über dessen Stufen ich erst das Kind und dann den Rolli geschleppt habe. An der Anmeldung fragte ich dann, wie man denn mit Rollstuhl irgendwie bequemer in die Praxis käme.

"Hintenrum" war die Antwort.

Ok, hintenrum also. Nachgefragt, wo das denn sei. "Naja, ich müsse um das Gebäude rum fahren."

Ach, der alte Haupteingang. "Nein, hinter der Schranke". Ok, da habe ich noch nie ein Schild gesehen, daß man dort mit Rollstuhlfahrern durchfahren dürfe.

"Nein, da müsse man klingeln und Bescheid sagen" Ok, prima, weiß ich dann für das nächste Mal und wie komm ich jetzt von hier drinnen nach draußen ohne Treppen.

Ungläubig über die Blödheit meiner Frage: "Hintenrum". Ja, aber wie komme ich von hier nach hintenrum.

"Mit dem Fahrstuhl". OK. Und wo ist der Fahrstuhl - "Ja, dahinten eben...." und zeigt.

Gut, später hat es dann mit dem "Hintenrum" super geklappt. Sogar die Schranke öffnete sich für uns Fußgänger mit Rolli ohne besondere Ansage.

Da der Chirurg unseren Sohn noch nicht kannte, habe ich natürlich die medizinische Vorgeschichte der Behinderung in einem Satz zusammengefaßt und endete damit, daß er nicht sprechen könne, aber ganz normal hören und verstehen könne.

Schon rückte der Arzt näher ran und sagte sehr laut und deutlich: "KANNST - DU - MICH - SO - VERSTEHEN?"

Mein Sohn schaute mich an, nach dem Motto, ja spinnt der denn jetzt völlig, ich sagte erneut, er könne normal hören und verstehen.
Danach verlief alles gut.

Als ich dann Sohnemann nach der Behandlung in den Rollstuhl hob, merkte die Helferin an, daß ich doch bestimmt immer Rückenschmerzen habe. Ich verneinte dieses. Naja, dann kommt das noch, war die Antwort.

Schöne Aussichten. Und damit das dann nicht so schnell passiert, bin ich lieber "Hintenrum" raus....

Bisher erscheint Kind fit und wir sind guter Hoffnung, daß es nun alles abheilen kann.




Kommentare:

  1. Oh je, da hast du ja was erlebt! Mit einem besonderen Kind zum Arzt zum gehen, davon kann ich ein Lied singen. Auch diese Hintenrum- Geschichte kommt mir bekannt vor... Ich wünsche deinem Sohn gute Besserung! Liebe Grüße, Gina

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  2. Das Leben ist ein Spiel, bei dem man immer der Verlierer ist.

    Alles Gute

    Elisabeth

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  3. Ohje, hoffentlich ist jetzt alles gut.
    So Arztgeschichten habe ich bisher viele kennen gelernt. Die beste war eine Ärztin in eurer Stadt, die mein relativ frisch operiertes geschwollenes Handgelenk sich ansah, und dann meinte es bestehe kein Handlungsbedarf ich solle einfach all das was ich sonst mit der Hand mache jetzt mit den Füssen tun, als ich zwei Tage später mit einem gebrochenen Fuss kam wusste sie sich dann keinen Rat mehr, weil ihr Vorschlag war ja nun nicht mehr umzusetzen

    LG Beatrice

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    1. Jetzt wüßte ich gerne deren Namen, damit ich um die einen Bogen machen kann....

      Liebe Grüße

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