Mittwoch, 31. Oktober 2012

Kreatives im Herbst

Vor unser Abreise ins Krankenhaus Oldenburg brannte bei uns der Himmel, dieses Foto habe ich aus unserem Fenster gemacht:

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In Oldenburg im Krankenhaus zogen wir in das folgende Zimmer ein:

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Da hatten wir dann eine Woche Zeit uns - neben der OP- kreativ auszuleben.

Zur Zeitüberbrückung hatte ich im Vorfeld ein DoodleArt Poster gekauft und wir haben einiges geschafft. Es werden 60 Stunden Malzeit angegeben und das wird auch stimmen, aber nicht das fertige Bild ist allein das Ziel, sondern der Weg dahin und das tolle Malen, das sogar Jungen dazu bekommt, gerne zu malen.

So sah unser Bild (Märchenwelten)dann bei Entlassung aus:

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Wenn wir nicht gemalt haben, habe ich mich dem englischen Paperpiecing hingegeben und drei von diesen Taschen aus Hexagons genäht. Fotos von meinen folgen, wenn diese gefüttert worden sind. Hier jetzt ein Pinterestlink zur Anleitung:



Inzwischen ist meine neue geliebte Nähmaschine angekommen. Eine Janome 6600 P ist hier eingezogen und gleich auf den Namen Emily getauft worden. Sie ist einfach nur wunderbar.

Auf der neuen Maschine ist gleich das erste Weihnachtsgeschenk entstanden:

Quilts


Genäht habe ich nach dieser Anleitung:



Ich habe einfach nur einen Block erstellt.

Gebunden habe ich ihn nach dieser Anleitung. Es hat gut funktioniert, wenn es auch bei weitem nicht das "10 minutes project" war - zumindest nicht für mich.



Dazu wird es noch paper piecing Sterne geben, diese sind aber noch in der Entstehung - siehe Bild. Ich habe selbsteinfädelnde Nadeln für mich entdeckt und liebe sie!!!

Quilts

Gefunden habe ich die Anleitung dazu habe ich in diesem Buch gefunden:

Source: amazon.de via Ingeborg on Pinterest



Noch auf der alten Nähmaschine und weitgehend durch meine Tochter genäht ist noch folgendes Top entstanden:

Quilts

Die Anleitung dazu habe ich von hier:



Die Stoffe hatte sich meine Tochter ausgesucht. Derzeit ist das Top noch etwas schmal, aber es werden noch Randstreifen angefügt und ich würde auch gerne noch Blumen in dieser Art (Pintrestlink) applizieren:



In den Farben der Blumen sollen dann auch die Randstreifen gehalten werden, die Rückseite soll lindgrünes Fleece werden und ist dann eine schöne Mädchenkuscheldecke- hoffe ich.

Auch für das BOM Projekt von Craftsy habe ich die letzten Blöcke genäht. In den nächsten zwei Monaten wird dann alles zu einem Top und letztendlich zu einem Quilt zusammengefügt. Morgen geht es da weiter.

Quilts

Und da man die Feste so feiern soll, wie sie fallen, haben meine Kinder vorgestern das herbstliche Wetter genutzt, meine Küche unsicher zu machen und haben Cupcakes gebacken. Die Schokebuttercreme war einfach nur lecker. Und neben der zugefügten Butter, Schokolade und Zucker auch kalorienfrei - denn mehr kam nicht rein ;-). Aber all das haben sie sich selbst im Netz rausgesucht.

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Die Muffins wurden kurzerhand im Tiefkühler abgekühlt, weil die jugendliche Ungeduld keine Wartezeit bis zum Verzieren zuließ.

So hatten wir schon fast vorweihnachtliche Stimmung hier.

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Montag, 29. Oktober 2012

Die Hälfte der Herbstferien ist um...

und wir haben nur noch ein gehbehindertes Kind. Unser Fußbruck ist von der Schiene nach 7 Wochen freigesprochen worden und darf wieder laufen. Zwar sieht das Röntgenbild nicht toll aus, aber die Ärzte meinen, das habe was mit dem noch stattfindenden Wachstum zu tun und da er Beschwerdefrei ist, ist alles jetzt gut - deren Worte in Gottes Gehörgang.

Morgen werden dann die Tamponaden aus dem Ohr der Tochter entfernt und dann wird auch da wieder etwas mehr Ruhe einkehren.

Danke für all Euren anteilnehmenden Worte. Ich kam gar nicht zum Antworten.



Samstag, 20. Oktober 2012

Die Ereignisse überschlugen sich...

und ich kam nicht zum Schreiben, daher jetzt hier die Zusammenfassung der letzten 2 Wochen.

Danke für Eure lieben Worte zur mangelnden Integration. Aber nach sehr nervigem Hick Hack und Hin und Her hat der Direktor ein sehr konstruktives und nettes Gespräch mit meinem Mann geführt und unser Sohn ist auf Klassenfahrt mitgefahren.

Mein MAnn hat ihn auf der Hinfahrt im Zug begleitet, bei der Rückfahrt waren schon alle Ängste verloren und mein Sohn konnte alleine mit der Klasse und den Lehrern die Reise meistern.

In Wolfsburg ging alles ohne Probleme, die Stadt ist wirklich behindertengerecht. LEdiglich das Schwimmen mußte ausfallen, gleiches galt für den Freund meines Sohnes, der sich in der Sportstunde nach dem Unfall meines Sohnes den Arm gebrochen hatte.

Statt Schwimmen waren beide im Kunstmuseum.

Jedenfalls sind alle glücklich und zufrieden.

Während das hier zu Hause alles ablief, war ich mit meiner Tochter im Krankenhaus, ihr rechtes Mittelohr ist wieder rekonstruiert worden.

Wir waren dazu eine Woche stationär, sie hatte nach der OP ziemliche Schmerzen, dann gab es noch eine Auffälligkeit hinsichtlich der Innenohrhörfähigkeit/Knochenleitung, die dann mit Cortison behandelt wurde.

Derzeit ist das Ohr noch tamponiert und so bleibt es auch noch eine Woche. Anfang Dezember sind dann die Nachuntersuchungen und Hörtests. Und es folgt die Planung für das linke Ohr.

Im Krankenhaus haben wir uns auch verabschiedet mit: Bis zum nächsten Ohr!

Also nach turbulenten Zeiten alles dann doch gut gegangen. Jetzt sind Herbstferien - Zeit zum Durchschnaufen.

Montag, 8. Oktober 2012

Puh, wie soll Integration/Inklusion jemals klappen

Situation: ansonsten fittes Kind hat sich den Fuß gebrochen, kann wieder laufen, allerdings keine langen Strecken und es soll auf Klassenfahrt gehen.

Wir haben einen Rollstuhl, den wir für lange Strecken mitgeben können.

Und jetzt geht das Problem der Lehrer los:

Wie umsteigen mit der Bahn -
die Bahn bietet Mobilitätsservice an - muß man aber anmelden.

Wie kommt man zur Jugendherberge - 600 m vom Bahnhof:
entweder jemand schiebt und man teilt sich das Gepäck auf oder Kind nimmt Taxi.

Nachfrage bei allen geplanten Unternehmungen - sie sind alle Rolligerecht.

Jugendherberge ist behindertengerecht und hat einen Duschstuhl.

-> da waren die Lehrer der Meinung, daß es meine Aufgabe sei, das alles rauszufinden.

Jetzt bleibt nur noch die Furcht, mit dem Rolli durch die Stadt zu schieben und den Zeitplan einzuhalten.

Nein, ich kann nicht garantieren, daß bei verspätetem Zug und/ oder kaputten Fahrstuhl jeder Anschlusszug erreicht wird.

Nein, ich kann auch nicht sagen, ob die Bürgersteige vielleicht aufgerissen sind und man da mit dem Rollstuhl nicht rüber kommt.

Ich kann aber anbieten, ein Taxigeldpool mitzugeben, damit solche Schwierigkeiten im Notfall umfahren werden können.

Wie soll das dann ab nächstem Jahr mit wirklich behinderten Kindern gehen, wenn diese einen Rechtsanspruch auf inklusive Beschulung haben. Müssen dann auch die Eltern die Klassenfahrten planen?

Ich kann immer nur Betonen, mit gutem Willen geht viel - gegen den Willen gar nichts, da stehen nur die Schwierigkeiten im Vordergrund.

PS Nach Rücksprache mit meinem Kind eben, wurde ihm nach dem Gespräch mit den Lehrern gesagt, im Rolli könne er nicht mit....

Eine Bankrotterklärung kurze Zeit vor der gesetzlichen Manifestierung der Inklusion.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

unverhofftes Wiedersehen

Gestern nach dem Film "Der Turm" lief noch eine Reportage über Dresden 89, die wir uns auch noch angesehen haben. Eine Frau auf der Straße wurde im August 89 zu einer Fidelioaufführung befragt. Diese Aufführung der Freiheitsoper zeigte DDR Grenztürme, eine sehr gewagte Inszenierung. Man wagte nur zu klatschen, nachdem es Modrow auch getan hatte (erinnert irgendwie an den Amadeus Film - waren ja auch beides Zeiten ohne Meinungsfreiheit).

Jedenfalls wurde eine Frau auf der Straße befragt und antwortete auch recht ausführlich. Eingeblendet wurde, sie sei Sängerin im Opern Chor. Leider kann ich nicht sagen, was sie antwortete, denn es wurde alles überdeckt von den aufgeregten Rufen meines Mannes: Das ist meine Tante Vera, das ist sie wirklich, das kann doch nicht sein, wieso haben wir das nicht aufgenommen....

Naja, heute wird es wiederholt und wir werden es aufnehmen. Und nicht nur wir, sondern noch ein paar mehr, denn so wie uns gestern ist es wohl so einigen in der Familie meines Mannes gegangen.

GGF. kann man ja auch einen Mitschnitt kaufen.

Wir würden ein Familienmitglied als Zeitzeugin jedenfall gerne auch den Kindern zeigen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Werner

Werner habe ich bereits in den ersten Tagen hier bemerkt, kurz nachdem wir hergezogen waren. Damals wußte ich nicht, daß er Werner heißt. Ich bemerkte nur, daß er immer sehr viel in der Stadt herum läuft und meinem ehemaligen Ausbilder im Referendariat recht ähnlich sah.

Werner sah ich dann im Laufe der Jahre immer wieder, eigentlich fast täglich. Irgendwie merkte ich neben dem Wachstum der Kinder an ihm wie die Zeit verging, denn Werner ging immer krummer.

Werner war auch oft in der Gemeinde oder bei uns auf dem Grundstück. Werner mochte gerne mit Leuten sprechen.

Werner mochte unglaublich gerne Marathon- Medaillen und trug immer welche um den Hals. Er hatte sich auch zum hiesigen Marathon gemeldet. Die Startnummer pinnte er sich so an die Brust, daß er blutete. Ich weiß nicht, welche Strecke er lief oder ob er überhaupt antrat, aber er bekam eine Medaille.

Werner bastelte die schönsten Schiffe. Sie waren Kunstwerke. Er verschenkte sie.

Vor einer Woche gestand er mir, er hieße gar nicht Werner, er werde nur so genannt, aber das schon so lange, daß er den richtigen Namen vergessen habe.

Vor kurzem kam er mir stolz mit einem SPD Button am Revers entgegen. Er erklärte mir, jetzt Mitglied in der SPD zu sein und später eine Rede halten zu müssen (es war Straßenfest). Ich wünschte ihm Glück und versicherte ihm, daß er es sicher sehr gut machen werde.

Das waren die letzten Worte an ihn. Er ist am Montag verstorben.

Ruhe in Frieden.