Samstag, 3. März 2012

Mütterdasein im Wandel der Hormone

Die Pubertät kennzeichnet sich ja bekanntermaßen dadurch, daß die Eltern anfangen schwierig zu werden. Und das scheine ich hier zu Hause gerade zu werden.

Unser großer Sohn ist schwerst, offen und akut pubertär, was aber auch durch die Behinderung nochmals anders und schwieriger ist als die Pubertät für Eltern generell.

Bisher habe ich da auch wenig bis keine Hilfen und Unterstützungen für betroffene Eltern gefunden, die über die Sexualität und reine Aufklärung hinausgehen, sondern eben auf die besondere Erziehungssituation eingehen.

Der zweite Sohn ist mit 13 auch am dransten und die anderen beiden wird es auch erwischen.

Daher kam heute das Seminar "Christsein & und Sexualisierte Gesellschaft - 2 Welten treffen aufeinander, Kinder und Jugendliche in einer von der Sexualität geprägten Gesellschaft begleiten, schützen und erziehen" genau recht.

Zuerst wurde herausgearbeit, daß die Geschlechtsreife durchschnittlich mit 12 eintritt und das durchschnittliche Alter bei der Hochzeit ca 30 ist. Was macht man nun 2 Jahrzehnte mit seiner Sexualität, die nunmal ein nicht zu unterdrückender Trieb ist. Führt eine Unterdrückung des Triebes dann zu einem gestörten Sexualleben? Wie können Beziehungen einen derartigen auf so lange Zeit ausgelegten Spannungsbogen aushalten?

Über viele Punkte hinweg wurde herausgearbeitet, daß es wichtig ist, darzustellen, daß Sexualität in eine Partnerschaft gehört, die beide gegenseitig trägt und auf Zukunft ausgelegt ist.

Nett war auch, was noch zur Verhütung gesagt wurde. Der Referent fand zB die christliche Methode, nur die "sicheren" Tage zu nutzen, ausgesprochen unchristlich, weil das genau die Tage seien, an denen die Frau am wenigsten Lust auf Sex habe. Er finde es unchristlich, der Frau zuzumuten die von Gott gegebene Sexualität nur dann ausleben zu dürfen, wenn sie es eigentlich nicht unbedingt will und die anderen Tage "verboten" sind.

Auch meine Empfindungen bezüglich der Emotionen bei Nutzung der Hormonspirale, die mein Arzt als Spintisiererei immer so abgetan hat, hat der Referent, gyn. Chefarzt, in einem Nebensatz bestätigt.

Alles in allem ein weites Feld, auf dem man seine Kinder zu begleiten hat und doch gab es immer wieder neue und ganz andere Gedankenansätze, fernab einer frommen Frustkeule zu hören.



Kommentare:

  1. Wow, Dein Blog hat sich gemacht! Ich war wohl länger nicht mehr da - viel zu lange, wie mir auffällt. Das wird sich ändern! Bei dem Beitrag über die Pubertät musste ich schmunzeln - und mich freuen, dass meine Zwergerl noch so klein sind. Ich werde jeden Tag genießen, bevor ich so richtig schwierig werde! Schönes Wochenende, Katja

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    1. Danke Dir, ich führe ja den Blog seit 2004 allerdings unter dem gleichen Namen bei blog.de.

      Diesen habe ich erst nur paral geführt, um die Blogliste zu nutzen, schreibe hier aber jetzt auch sehr gerne.

      Wahrscheinlich wird irgendwann mal einer draus werden...

      Liebe Grüße

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  2. Ersteinmal Danke für die Hühnersuppe. Die Idee war so gut, dass wir (Susanne und ich) einen wunderschönen Abend zusammen drauss machten. Ich hoff, es ist o.k., dass wir Dich im Post verlinkt haben....
    Der Post hier spricht mir aus der Seele. Mit diesem Thema fing im November alles an was nur schief gehen kann im Robert-Leben. Ich hatte nun ja wirklich viel Beratung die langen Wochen, doch so richtig helfen kann und konnte keiner. Und... oft sind die Fachleute für mich das ganz falsche, hab ich leider feststellen müssen.
    ich wünsch Dir noch einen schönen Sonntag
    Elisabeth

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    1. Schön das mit der Suppe.

      Ja, das mit die Fachleuten ist immer so eine Sache. Ich habe gelernt Ärzten und anderen Fachleuten zunächst nur so weit zu trauen, wie ich sie werfen kann. Aufgrund vieler Vorkommnisse müssen sie mir erst beweisen, daß sie mich nicht hintergehen, belügen, seltsame Auffassungen haben oder ggf auch inkompetent sind.

      Ich kann Dir da Geschichten erzählen wie ich von Ärzten und Schwestern bewußt belogen worden bin, das geht auf keine Kuhhaut. Und nur weil ich ein behindertes Kind habe, bin ich nicht so grenzdebil das nicht zu bemerken.

      Letztes Beispiel:
      Ärztin in der Reha hat die (becken Bein Fuß) Nachtlagerungsschiene weglassen wollen. Der operierende Arzt hatte die nach der Hüftumstellung mindestens ein halbes Jahr nutzen wollen. Die Op war erst 10 Wochen her. So habe ich da dann mich dagegen gewehrt. "ich solle mich auf deren fachkundige Meinung verlassen, man müsse solche Schritte eh nicht mit mir besprechen, das könne sie alleine anordnen." Ich gab aber nicht auf und wollte wenigstens die Unterschenkelschienen tragen, da das Weglassen dieser schnell zur Verkürzung führe und die A- Sehne schon zwei mal operiert wurde. "Nein, sei alles nicht nötig, ich könne das eh nicht beurteilen und ich solle mich mal auf die Fachleute verlassen und daßerdem habe der behandelnde KH das alles abgesegnet."
      Der Arzt, dem ich zu 100 % vertraue, wußte davon nichts und das Ergebnis war daß die Spastik sich in 3 Wochen so verstärkte und die Muskeln verkürzten, daß J. die Orthesen zerstörte, was aber keiner der Fachleute da gemerkt hat, sondern sich nur über die Druckstellen am Knöchel wunderten, die entstanden, weil der Innenschuh aus der Orthese herausgerissen war, und J. im Spitzfuß in der Orthese laufen konnte und so den Knöchel gegen die Gelenke schlug. NAch Beendigung der Reha konnten wir mit völlig neuen Nachtschienen das langsame Aufdehnen wieder beginnen - wäre für uns alle eine vermeidbare Qual gewesen.

      Und bei Erziehungsratgebern kann man diese Liste so weiterführen.

      Liebe Grüße

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Hallo! Ich finde deinen Post sehr interessant und sehr offen- danke erstmal dafür.
    Und dann möchte ich anfügen, dass mein Mann und ich beides Christen sind und ich war 19 und er knapp 23 bei der Hochzeit vor 9 Jahren.
    Man(n) muss keine 2 Jahrzehnte Spannungsfeld aushalten, wenn man seinen Partner gefunden hat. Es gibt für mich keinen Grund erst mit 30 zu heiraten, wenn man seinen Partner früh kennen lernt. Und diejengigen welche ihren Partnern erst spät über den Weg laufen, na die müssen ja dann auch keine 2 Jahrzehnte überbrücken. Das Problem liegt für mich nicht bei 2 Jahrzehnten sondern darin, dass die Einstellung zur Sexualität und zum "sich Binden" sich beängstigend geändert hat. Man möchte sich nicht festlegen und man möchte zeitgleich nicht geduldig sein. Das verträgt sich nicht.
    Und was die Verhütung angeht...schweres Thema und bei mir auch sehr aktuell. Ich habe 3 Kinder und bin momentan nicht lagens ein 4tes zu bekommen. Gesundheitlich, nervlich, finanziell nicht. Aber auch da gilt "Geduld haben". Mein Mann und ich werden diese Zeit überstehen. Und es werden zeiten kommen, da sind alle Tage gute Tage, weil das "Risiko Kind" wieder eingeplant wird. Sex ist wichtig- aber er ist nicht alles.
    Zum Thema Hormonpräparate (Pille, Spirale) fallen mir auch stets 3 Gründe dagegen ein. Frau schadet sich selbst (teils über Jahrzehnte)- gaukelt dem Körper einen Zustand vor, der nicht ist (Hormonspiegel wird ja künstlich verändert)- unter Pilleneinahme wählt man sogar einen anderen Partner, evtl den falschen (Geruchssinn beeinflusst). Man verhütet im grunde nicht, man treibt frühzeitig ab. Zumeist wird direkt die befruchtete Eizelle aufm Weg zur Gebärmutter "verhungert" oä oder findet dann eben keine Einnistungsbedingung vor- immer seltener wird tatsächlich die Befruchtung verhindert, es greift fast alles nur noch "danach", zT eine beachtliche Zahl Tage nach Befruchtung. Das geht mit meinem christlichen Menschenbild ("Etwicklung als Mensch und nicht ZUM Mensch")nicht konform, Mensch ist von Anfang an. Man wirft mir da gern Haarspalterei vor.Darf man- aber genügend Menschen sehen das anders. Und nicht zu vergessen, die Volldröhnung mit Hormonen über Jahre, inzwischen Generationen, beeinflusst auch die Folgegenerationen. Unfruchtbarkeit ist ein leider immer verbreiteteres Thema und Zusammenhänge sind immer weniger abzustreiten.

    so...entschuldige den langen Kommentar..aber das sind schwere Themen die in der heutigen Zeit einfach oft wegdiskutiert oder falsch dargestellt werden und zT hausgemachtes Elend beinhalten und die eh schon komplizierte Kaktuszeit (Pubertät..Vorsicht es sticht, nicht anfassen) nicht gerad vereinfacht :-)

    seid ganz lieb gegrüßt- einen schönen Sonntag Nachmittag!

    sei ganz lieb gegrüßt
    Katharina

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    1. Danke für Deine ebenso offene Antwort.

      Das mit den 2 Jahrzehnten war ja statistisch gesehen und keine Anleitung dahingehend so lange mit der Ehe warten zu müssen, zumal jung geschlossene Ehen auch nicht schneller zerbrechen, wie man oft annimmt.

      Die Frühabtreibung bei der Pille ist statistisch gesehen ja eher die Ausnahme, da es nur in verschwindend geringen Fällen überhaupt zu einem Eisprung kommt und dann dieses Ei auch noch befruchtet werden müßte und sich einnisten wollen sollte, was ja bei ca 50 % der befruchteten Eier aus natürlichen Gründen schon nicht geschieht.
      Da würde ich moralisch weniger ein Problem sehen. Der Eingriff mit den Hormonen in den Körper ist es allemal.

      Und wie die wirken sehe ich ja gerade bei meinen kleinen Kakteen hier zu Hause.

      Liebe Grüße

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    2. Katharina, Du bist echt was besonderes. Dich und Euch so offen zu zeigen, Euch zu vertreten...wer traut sich das in der heutigen Zeit noch, grad von Euch jungen Menschen.
      Meine erste Ehe hab ich auch mit16 Jahren geschlossen, sie hielt über 20 Jahre. Ich würde nie sagen sie ist gescheitert. Es ist eine sehr lange Zeit, doch dann hat sich "ER" verändert. Leider gleich so, dass er weglief... aber das kann auch passieren, wenn man mit 39 Jahren heiratet...oder?
      "Kaktuszeit" gefällt mir....

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  5. Tja, das Thema habe ich ja hinter mir, aber ich erinnere mich guuuuuuuuuuuut ... ;) Irgendwann ist es überstanden. Ne, keine gute Antwort, gell? ... Was Gescheiteres fällt mir dazu nicht ein *schäm*.

    Danke für den Bildereinstellrat.
    Leider - habe ich schon lange auf "modern" umgeschalten.
    Es nützt alles nichts.

    Keine Ahnung, was das soll.
    Unsinnige Cookies alle gelöscht ...

    Naja, vll geht mir nochmal ein heller Stern auf!
    Derweil wünsch ich Dir ganz viel Kraft für alle diese Dinge, worüber Du Dein Köpflein zerbrechen musst. Hast mein Mitgefühl, ganz ehrlich.

    Liebste Grüße!

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  6. Jaja, es bleibt beim ewigen Müttermantra, es ist nur eine Phase...das geht vorbei.

    Ach Mist, ich hatte im Forum das so verstanden, daß Du noch die alte Oberfläche nutzt.

    Witzigerweise heilt auch Zeit viele Internetprobleme, aber das Problem besteht ja schon einige Zeit.

    Ist das Photo vielleicht zu groß, von der Dateigröße her? Ich habe ein sehr kleines (Avatarphoto) eben ausprobiert, also mit unter 100 kb als Dateigröße.

    Liebe Grüße

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  7. Hallo!

    Danke fürs Antworten.
    Ich habe leider keine Zahlen zur Hand. Ich habe vor einigen Jahren mit dem Kapitel hormonelle Verhütung abgeschlossen und mich nicht mehr weiter gebildet, da ich mich immer so sehr aufrege bei der Thematik :-)
    Und seit der Eileiterschwangerschaft denk ich gleich Recht nicht mehr über Spirale/Pille nach. Jegliches Risiko was ein Risiko erhöhen könnte wird von mir falls ich es entdecken kann diesbezüglich ausm Leben verbannt. Einmal Horror reicht :-)
    Aber ist wa sdie Pillen angeht soweit ich weiß so, dass die "2te Sicherung"- nämlich befruchtetes Ei wird "verhungert"(oä.) bei immer mehr Pillen zum Tragen kommt. Es gibt ja sogar Präparate, welche nur noch so wirken. Also da wird gar kein Eisprung mehr verhindert. Die sind besser verträglich (wissen tu ichs nicht- habs mir sagen lassen). Und jede neue Pillenform die auf den Markt kommt "ist nicht mehr so schädlich wie die vorher". Also gibt man regelmäßig im nahhinein zu, dass es DOCH nicht so wirklich toll war wie zuerst behauptet. Und das ist mir alles nix. Abgesehen vom moralischen was mir da immer vager wird (die ersten Pillen waren ja nur Eisprungverhinderung- diese gibts so ja gar nicht mehr, die würde heute keiner mehr verschreiben, so es sie noch gäbe- da kann man auch gleich Gift schlucken- mal krass gesprochen) Ich hab auch eine Freundin welche nach jahrelanger Pilleneinahme gesagt bekam, dass gewisse Probleme durch die Pille entstanden sein könnten und sie evtl opreiert werden muss (da war sie 25 und hatte noch kein Kind) man sagte ihr dann auch, eine Pillenpause und ein Baby würde dem Hormonhaushalt guttun in ihrem Fall. Oh ich schreib schon wieder soviel. Kurz: ich weiß leider keine statistischen aktuellen Zahlen- ich weiß nur, dass die 2te Sicherheit "befruchtetes Ei darf nicht wachsen" mehr zum Tragen kommt als früher. Dass sehr viele Frühschwangerschaften(ersten 14 Tage) von selber eingehen, das weiß ich ja auch- die meisten merkt man gar nicht weil Regel termingerecht oder nur leicht verzögert einsetzt. Und was jeder macht, da kann man eh nur beratend beistehen. Mir tuts nur weh wenn unwissend 15jährigen die Pille empfohlen wird damit sie wneiger bluten oder regelmäßiger..oder weiß der Geier. Oder wenn das Pillenrezept bei jungen Mädchen mit erstem Freund ein gutes Gespräch über Verhütung und Liebe und Sex so halb ersetzt. Das versteh ich dann immer nicht. Ich versteh den Beweggrund- aber den Umgang leider gar nicht. Ich erlebs leider auch auf Arbeit was alles veranstaltet wird- die Pille machts ja möglich. Und Pausen machen ist ja was für Anfänger- wozu soll man die nicht durchnehmen(man wundert sich dann nur wieso es einem imerzu schlecht ist usw)...ich ufer aus....aber das ist alles mehr Fluch als Segen. leider

    sei lieb gegrüßt- ich hoff du nimmsts mir nicht krumm, ich hab selten Gelegenheit bzw ich vermeide kritische Themen inzwischen eher, weil ich dann ruhiger lebe :-)

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