Montag, 12. März 2012

Kinderohren

Industriedenkmal


Derzeit haben wir immer noch ein Problem mit der Krankenkasse, die einfach nicht die FM Anlage für meine Tochter wegen der auditiven Wahrnehmungsstörung bezahlen will. Die Hörgeräte sind genehmigt, allerdings brauchen wir diese fast nur, um die FM Anlage am Kind festzukriegen, weil die I Sense Höhrer der FM Anlage zu groß für die Ohren meiner Tochter sind. Dies führte zu Schmerzen, Druckstellen und natürlich auch dazu, daß sie neben der FM Anlage nichts weiter gehört hat, weil der Gehörgang dicht war.

Also wurde nach diesem mißglückten Versuch die FM Anlange mit einem Hörgerät kombiniert und das wird gut akzeptiert und führt zu deutlichen Fortschritten in der Schule.

Wir testen diese Anlage schon seit über einem Jahr und noch steht die Kostenübernahme aus.

Scheitern tut es an einer angelich fachkundigen Beraterin, die Akustikermeisterin ist. Es hat zwischen ihr und unserem Akustiker ein Gespräch gegeben, das wohl sehr "interessant" gewesen ist, jedenfalls war unser eigentlich sehr ausgeglichener Akustiker noch 24 h später kaum in der Lage davon ohne die Nutzung von Tiernamen zu sprechen.

Das Gespräch lief wohl schon vom ersten Satz an schief. Unser "Meister der Ohren" begrüßte sie mit Frau Kollegin. Woraufhin sie sich das ausdrücklich verbot, so genannt zu werden. Hat sie nun doch keinen Meisterbrief?

Gebetsmühlenhaft kam immer wieder die Frage, warum wir die teuerste Lösung haben wollten und nicht nur die FM Anlage reiche. Die Frage, welche Versorgung sie denn vorschlage, wurde immer wieder mit den I Sense Hörern beantwortet, die wir ja getestet hatten und nicht in die Ohren meiner Tochter paßten.

Sie glaube das nicht, daß Gehörgänge so klein sein können, nein, sie wolle das sich nicht in echt ansehen, sie entscheide nur nach Aktenlage und außerdem sei die Mutter auch nicht mit der Versorgung zufrieden. Was natürlich die Krönung ist. Wie sie darauf kommt, weiß ich auch nicht.

Naja, jetzt wurde ein Abdruck des Ohres gemacht und ein Modell erstellt, das ganz kombiniert mit dem I Sense Hörer, der tatsächlich nicht in den Gehörgang paßt - im Modell noch schlechter als in echt, da ja dort eine gewissen Dehnbarkeit vorhanden ist - wenn das auch zu Schmerzen führt.

Ohrenabdrücke

Es liegen Gutachten vom Prof. aus der Pädaudiologie vor, der sagt, ohne FM Anlage keine Regelbeschulung möglich. Die Lehrerin vom mobilen Dienst bestätigt, die deutliche Verbesserung der schulischen Leistungen durch die FM Anlage. Der HNO bestätigt den guten Sitz und das gute Sprachverständnis mit der Versorgung. Die Klassenlehrerin bestätig veränderungen, Kind ist begeistert.

Wozu renn ich eigentlich zu Ärzten und laß das alles abchecken, wenn dann eine Beraterin per Ferndiagnose und Röntgenblick mir hätte gleich sagen können, wie es billiger hätte gehen können/sollen/müssen.

Ok, das war jetzt die bürokratische Seite - jetzt kommt die schulische Seite.

1. Thema Schwimmen.

Wegen einer Perforation im Trommelfell darf sie wohl schwimmen, aber nicht tauchen oder springen.

Da sieht jetzt die Schwimmlehrerin Probleme. Heute spricht die Lehrerin vom mobilen Dienst mit ihr, daß sie Recht hat am Schwimmen teilzunehmen und das nicht springen und tauchen können, sich nicht negativ in der Note auswirken darf.

Nächstes Thema Förderstunden. Meiner Tochter wurden 1,5 Förderstunden in der Woche zugestanden. Zusammen mit einem anderen Kind in der Klasse, das auch 1,5 h hat, haben sie Anspruch auf 3 Förderstunden in der Woche.

Englisch Förder ist auf eine Lehrerin übertragen worden, deren Krankheitsprofil darauf hindeutet, daß dieser Unterricht nie stattfinden wird und Deutschförder ist gar nicht vorgesehen.

Aber was richtig gut war, war ein Elternabend für Eltern, deren Kinder vom mobilen Dienst Hören betreut werden. Da konnte man all diese Sorgen abladen und "da wird man geholfen".



Kommentare:

  1. Es ist immerwieder dasselbe... wir haben schon Sorgen genug und dann noch sowas!
    Erst gestern hatte ich ein Telefonat mit einer Mama deren Kind im ganzen Schuljahr noch nicht eine einzige der Förderstunden gehabt hat. Das macht sprachlos.
    Was soll denn noch alles "bewiesen" werden, es ist doch schon klar, wie es gut ist für Deine Tochter. Wenn ich das lese komm ich auf auf Tiernamen für die "Sachbearbeiterin" die keine Kollegin sein möchte...
    ich wünsch Euch ganz schnell die beste Entscheidung
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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    1. Ich wünsche mir auch bald eine Entscheidung. Die Verordnung liegt meine ich seit April bei der KK vor.

      Liebe Grüße

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  2. So ist es fast überall - traurig aber wahr.

    Viel Kraft wünscht dir

    Elisabeth

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    1. Ja, so ist es. Wobei das unser erste Problem mit der KK ist und wir verbraten unendlich Geld - mit sinnvollen und hilfreichen und niemals überflüssigen Hilfsmitteln, aber diesmal ist der Wurm drin.

      Wahrnehmungsstörungen sind nicht sichtbar und faßbar, da liegt auch eine Schwierigkeit.

      Liebe Grüße

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