Sonntag, 29. Mai 2011

18,5 Jahre und neue Erkenntnisse

Einen Tag nach dem 14. Geburtstag unseres Sohnes hatten mein Mann und ich Jubiläum. 18,5 Jahre sind wir jetzt ein Paar.

Das ist schon fast mein halbes Leben.

Die neuen Erkenntnisse im Titel oben beziehen sich auf die Auswirkungen von Hörschädigungen. Unser mobiler Dienst, der hier die hörgeschädigten Kinder an Regelschulen betreut, hat zu einem Eltern - Kind Tag eingeladen.

Die Kinder wurden mit einer Bewegungsbaustelle unterhalten und wir Eltern bekamen Informationen zu Hörschädigungen, den Auswirkungen, den möglichen Hilfsmitteln und dem Nachteilsausgleich.

Gleichzeitig lernten wir Eltern aus dem Landkreis uns kennen und konnten uns austauschen.

Bei meinen Kindern liegt ja das Hörproblem weniger im Hören mit dem Ohr, sondern im Bereich des zentralen Hörens, also der Hörverarbeitung im Gehirn. Erstaunt war ich, daß die Auswirkungen bei uns auf Sprache und Verständnis durchaus einer mittelgradigen Schwerhörigkeit gleichzusetzen sind. Ja, meist haben diese Kinder sogar weniger Probleme mit Sprache und Lesen.

Dann wurden mir durch Hörbeispiele die Ohren und Augen geöffnet. Anhand der Hörkurven wurde uns vorgespiel, wie unsere Kinder hören, mit Hörgerät hören, wie eine Unterrichtssituation für sie klingt.

Alle Eltern wünschten sich sofort, daß die Lehrer das auch zu höen bekommen (haben sie meist schonmal) und zwar regelmäßig. Denn eine Hörbeeinträchtigung sieht man nicht, man vergißt sie gleich und selbst wenn man das Hörgerät sieht, denkt man, damit wird die Beeinträchtigung ausgeglichen. Auch das habe ich gestern gelernt. Das ist nämlich nicht so. Das Hören mit dem Hörgerät ist NICHT wie normales Hören.

Rundum also ein dehr informativer Nachmittag. Eine Wiederholung wäre wünschenswert.



Donnerstag, 26. Mai 2011

14 Jahre

Mein großer Sohn wird ja jetzt schon fast 10 Jahre vom Bus abgeholt und in den Kindergarten und später in die Schule gefahren.

Trotz dieser langen Fahrdiensterfahrung schaffte es heute die Fahrerin, mich zu Tränen zu rühren.

Für unser großes Geburtstagskind war der Bus mit Ballons geschmückt und ein Geburtstagslied schallte uns entgegen. Oh, das hat ihm gefallen - und ich hatte Tränen in den Augen. Das hatten wir noch nie.

Geschenke für ein behindertes Kind zu finden, ist nicht immer leicht. Er liebt derzeit den Ting Stift. Den Stift kann man mit Büchern kombinieren und dann wird zu dem Buch erzählt. Einiges Vorgelesen, oder im Tierlexikon die Tierstimme eingespielt usw. Man muß den STift einfach auf bestimmte Symbole lenken.

Heute bekam er das Hurtigruten Buch, er liebt Seefahrt und Norwegen. Eigentlich ist das Buch für Erwachsene, aber es sind so schöne Bilder und die Kommentierung durch den Stift ist so toll. Mal ist es das Schiffshorn, dann Volksmusik oder die Originaldurchsage des Kapitäns zur Begrüßung der Passagiere. Mehr haben wir heute noch nicht ausprobiert.

Dann habe ich ihm eine Filmesammlung zusammengestellt. Silas, Märchenbraut, Luzie, der Schrecken der Straße, Geheimnis des 7. Weges, Bas Boris Bode, Patric Packart - also all die Weihnachtsklassiker aus meiner Jugend. Mein Mann meinte grinsend, das sei ja wie die eltektrische Eisenbahn doch eher ein Geschenk für ein Elternteil. Naja, ein bißchen hat er Recht, aber wäre es tatsächlich für mich gewesen hätte ich noch "das Krankenhaus am Rande der Stadt" dazugepackt ;-)

Außerdem hat er einen Playmobilcampingwagen bekommen.

Unser Großer stellt sich seine Lebensplanung nämlich so vor: Er zieht mit seinem Freund zusammen in ein schickes Wohnheim. Das ist dann das Basislager. Beide zusammen erwerben ein Wohnmobil und zusammen mit Zivis (wir haben ihm noch nicht gesagt, daß es die nicht mehr geben wird) werden die beiden durch Europa reisen.

Arbeit in den Werkstätten kommt dabei noch nicht vor.

Ich finde die Idee einfach so klasse. Das ist zwar eine ganz andere Lebensplanung als die, die ich mir vor 14 Jahren vorgestellt habe, aber genaugenommen auch keine ganz schlechte.

Meiner Tochter geht es wieder recht gut. Seit dem Wochenende ist sie wieder fit. Ich lasse sie noch diese Woche nicht zum Sport und Rad fahren.





Donnerstag, 19. Mai 2011

Neuigkeiten

mein Töchterlein ist wieder zu Hause, es gab keine sich verschlechternden neurologischen zeichen und wurde so in die Obhut der Mutter entlassen ;-).

Allerdings fit ist sie auch noch nicht wieder ganz. Sie schläft noch sehr viel, hat kurze Konzentrationsspannen und ist schnell erschöpft und fühlt sich schwindelig.

Aber jetzt heilt die Zeit.

Die Krankenkasse schickte heute schon einen Fragebogen, ob es vielleicht einen anderen Schädiger für den Unfall gäbe, sprich Schul oder Arbeitsunfall usw.

Seit den Osterferien hatten wir noch keinen Tag, an dem alle Kinder in der Schule waren.



Dienstag, 17. Mai 2011

Krankenhaus

Nein, diesmal nicht der Große, sondern das Töchterchen, das am Sonntag Abend nach dem Duschen ausrutschte und auf die Fliesen im Bad mit dem Hinterkopf fiel.

Ich beobachtete sie über Nacht, suchte den Kinderarzt am Morgen auf, der uns auf Bewährung nach Hause schickte, leider verstieß sie mit Erbrechen und vermehrtem Schwindel gegen die Bewährungauflagen und wurde dann am Nachmittag mit der Diagnose Schädel Hirn Trauma stationär aufgenommen.

Das Wort finde ich sehr groß für das, wie sie tatsächlich wirkt. Leichte Gehirnerschütterung ist passender. Dennoch bin ich froh, die Verantwortung abgegeben zu haben.

Nein, langweilig ist es nie.

Dienstag, 10. Mai 2011

Anders

Welch Druck von uns abfällt, weil der Knochen tatsächlich verheilt, merkt man erst so nach und nach.

Back to normal wird dennoch nicht so schnell drin sein, dafür hat die ganze Geschichte über 3 Jahre hinweg zu viel Kraft gekostet.

Und was ist schon normal. Normal wird es nie, es wird immer anders sein.

Ich habe noch mit der Leitung von der Annastift Wohnen gGmbH gesprochen. Dort war J. für einige Tage in den Osterferien zur Kurzzeitpflege. Dort hat alles gut geklappt und das Feedback von Kind und auch von der Gruppe war gut. Das erfüllte mich mit Stolz.

Da J. dort auch angemeldet ist, ggf einen Erwachsenenwohnheimsplatz zu bekommen, ist es gut, wenn man ihn dort schon kennt, um seine Bedürfnisse weiß und abschätzen kann, in welche Gruppe er passen könnte.

Gleichzeitig kam auch das Feedback aus der Schule, daß J. sehr ruhig und gut lenkbar war. Was auch nicht immer so ist.

Also zZ alles rundum gut.

Dann kommt man an der Kirche vorbei, im Schaukausten die Konfirmandengruppe, zu der er eigentlich gehören sollte.

Eigentlich.

Es ist eben anders.

Nie normal.



Freitag, 6. Mai 2011

Jubel!!!

Ich platze hier mal jubelnd und preisend wieder in meinen Blog, nachdem ich hier in den Osterferien verschollen war, weil vom I Net abgekoppelt.
Wir waren gestern zum Checkup in Hannover. Als erstes bekam ich den Röntgenschein in die Hand gedrückt. Hoffentlich geht die Verknöcherung voran, hoffentlich sieht man eine Entwicklung.
Mit diesen Gedanken verschwand ich Richtung Röntgen. Das ging dann zum Glück sehr schnell. Als wir dann in der Ambulanz vom Arzt aufgerufen wurden, merkte ich schon, daß es wohl ganz gut aussieht. Schon auf dem Flur platze er mit den guten Nachrichten heraus, dass der Knochen – wenn auch noch nicht ganz optimal- so doch fest verknöchert sei. Halleluja.
Danke für all Eure Gedanken, Wünsche und Gebetsunterstützung. Das war mir in der letzten Zeit immer ein ganz warmer Gedanke, nicht alleine da zustehen.
Wir haben dann schon einen OP Termin ausgemacht, damit das Material wieder raus kann. Das wird im November gemacht werden. Ist aber eine Sache von wenigen Tagen.
Jubelnd, tanzend und erleichtert sind wir beide dann in den Zoo aufgebrochen und haben dort einen wunderschönen Tag verbracht. Unsere Blogfreundin Crisbie stieß noch dazu und der Tag war rundum wunderschön, schoben wir beide unsere gleichnamigen Jungen durch den Zoo. Einfach toll.
Crisbie, es war wunderschön, Dich kennenzulernen, Junior natürlich auch, und ich freue mich auf November.
Waren die beiden nicht zu süße, wie sie sich angeschaut und Händchen gehalten haben???

Auch dass wir den Zug nach Hause noch verpaßt haben, konnte unsere Freude kaum trüben.
Last but not least…
Die kontrollsüchtige Mutter hat es in der Reha nicht richtig gefunden, dass die Nachtlagerungsschienen, die der Dehnung der spastischen Muskulatur in der entspannten Nachtzeit dienen, abgeschafft werden, weil diese kontrollsüchtige Mutter in fast 14 Jahren Erfahrung mit ihrem Kind mit bekommen hat, dass jegliches Schlampen in der Nachtlagerung sehr schnell zu Verkürzungen und wieder in einer neuen OP endet.
Leider hat sich die Ärztin mit dem Kommentar auch der behandelnde Arzt im Annastift sei mit der Abschaffung der Nachtschienen einverstanden, mich zum Schweigen gebracht. Der wußte davon aber nichts, stellte die Versteifungen fest und fragte, warum um alles in der Welt die Nachtschienen abgeschafft seien.
Tja, da wünscht sich die kontrollsüchtige Mutter noch kontrollsüchtiger gewesen zu sein, denn in einem Fuß ist schon die Null Stellung kaum noch zu erreichen, während dies butterweich war, als die Ärztin die obige folgenschwere Entscheidung traf.
Wir müssen jetzt versuchen, das noch wieder aufzudehnen. Aber nach all dem, was bisher passiert ist, werden wir das auch noch schaffen.