Samstag, 5. November 2011

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung, oder wer braucht ein Kind, das schläft...

Wahrend die Sonne so romantisch über unserem Hafen und Wasserturm aufging:

Sonnenaufgang über dem Hafen

Sonnenaufgang über dem Wasserturm

saß mein Sohn völlig zusammengesunken am Frühstückstisch und war total erschöpft, weil er nächtelang nicht schlafen konnte. Irgendwie stimmt Biorhythmus und Schulrhythmus nicht überein. Das ist ja auch wissenschaftlich erwiesen, daß gerade Pubertisten mehr Schulleistung bringen, wenn die Schule später beginnt. Dann auch die Frage, wann ein Kind überhaupt Schulaufgaben machen soll, wenn es erst gegen 16 Uhr wieder zu Hause ist, essen will und dann ggf nochmals zum Sportverein will?

Jedenfalls wird es spät abends, dann kommt die Angst dazu, am nächsten Tag nicht ausgeschlafen zu sein, so daß alle Buchstaben vor den Augen verschwimmen (Augenarzt sagt, daß hat er in den letzten Jahren immer häufiger - so kurz vor Weihnachten, wenn den Lehrern einfällt alle Arbeiten gleichzeitig schreiben zu wollen).

Naja, ich habe die Entscheidung getroffen, meinen Sohn wieder ins Bett zu schicken, weil er wirklich elendig drauf war und er schlief bis 15.00 Uhr. Obwohl wir und seine Geschwister mehrfach im Zimmer waren, war er so tief weg, nichts gemerkt zu haben.
Ob nun meine Entscheidung richtig war oder nicht, weiß ich nicht. Aber ich weiß, daß es nicht richtig ist, daß ein KIND in der 7, Klasse bereits 4 mal in der Woche 8 oder mehr Stunden hat.


Kommentare:

  1. Guten morgen,
    ich hab auch schon Fotos vom Himmel gemacht,der auch hier wunderschön rot ist.Ich war nämlich schon mit den Hunden draussen.
    Von den Kindern wird heute immer merh abverlangt.Ich weiß noch wie meine Tochter letztes Jahr in die 5.Klasse kam,sie war so kaputt und müde das sie oft nach der Schule geschlafen hat
    LG
    Nicole

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  2. Wunderschöne Himmelfotos, ich hab auch erst wieder welche gemacht. Die Engel backen Kekse :-)))

    Zur Schule..ich versteh dich so gut. Weinend saß er hier, weil keine Zeit mehr für irgendwas bleibt.

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  3. Du schreibst mir aus der Seele....
    Am Donnerstag vor den Ferien kam Susanne um 17.00 Uhr von der Schule heim, musste noch Hausaufgaben machen .... und hatte dann am Freitag eine Probe!
    Da gab es auch Tränen kurz vorm Einschlafen und sie wurde in der Nacht öfter wach.
    Es hört sich nicht gut an mit dem Schlafen bei Deinem Sohn. Susanne hat das im Ansatz aber auch, ich mach mir da Sorgen...Jetzt ist sie aber "nur" in der Mittelschule und wird schon so überlastet.
    Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Kindergärtnerin die nächstes Jahr in Rente geht. Sie sagte, dass unserer Generation die eigenen Kinder von klein auf kaputt macht. Es sind die Überzahl der Eltern die das mitmachen und schon die Pläne haben dass Ihr Kindergartenkind später studiert....
    Nein, zu dieser Überzahl gehör ich nicht, und ich halte dagegen, so wie Du ja auch.
    Schönes Wochenende
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  4. Das ist Wahnsinn, was heute von den Kindern
    gefordert wird. Unser Wehren hat wenig Erfolg.
    Wir müssen handeln.
    Du hast es absolut richtig gemacht.

    Alles Liebe
    Angela und Elisabeth

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  5. auch ich finde das du es richtig gemacht hast!So geht das ja nicht. Und es geht ja "nicht" nur um die Psyche des Kindes, sondern um die Gesundheit! Und diese beiden Faktoren gehen vor!
    Ja, den Kindern wird viel zu viel abverlangt! Dummes Beispiel: Meine Tochter, 4. Klasse KANN Mathe - wenn Zeit ist, wenn sie nicht unter Druck steht. Nun wird aber in regelmäßigen Abständen ein "Rechenmeister" (Schon das Wort alleine!) geschrieben. 15min eine DIN A 5 Seite, gespickt mit sehr vielen Aufgaben. Z.Teil auch Textaufgaben. Sie schafft regemäßig nur die Hälfte, bzw. hat nur die Hälfte richtig. Und regelmäßig eine 5 oder 6! Schreibt sie diese Aufgaben zuhause, schafft sie es mit etwas mehr Zeit (ca. 20-25 min.) fast ohne Fehler. In richtigen Mathearbeiten, hat sie dann höchstens eine 3. Warum muss man die Kinder so drängen und unter Druck setzen? Ich könnte euch da Geschichten erzählen.....bei mehreren Kindern kommt schon was zusammen!
    Ich denke wir Eltern müssen aufstehen und uns weheren. Keiner, absolut keiner hat etwas davon wenn die Kinder krank werden. Psychisch oder physisch! Ich bin mal gespannt was unsere neue grüne Regierung in BW neues für die Schulen bringt - da ist immer noch nichts konkretes raus!

    Alles Gute für deinen Sohn.

    lg

    Karin

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  6. ...da hst du völlig recht, liebe Muschelsucherin,
    wo bleibt denn die Kindheit?
    ich wünschte mir, dass es mehr so verantwortungsvolle Eltern gebe...verantwortungsvoll gegenüber ihren Kindern...gut, dass du ihn hast mal richtig ausschlafen lassen...

    lieber Gruß von Birgitt

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  7. Wahnsinn! das kann doch auch nicht sein, dass die so viel von den Kindern gefordert wird. Mir kommt es vor, es wird immer schlimmer. Auch bei uns.
    Ich hatte als Kind am Nachmittag noch zeit für mich. Gut, es gab nicht so viele Freizeitkurse und Vereine. Trotzdem.
    Und wenn er bis 15 Uhr geschlafen hat, dann kann es nur richtig gewesen sein....
    liebe Grüsse
    Tanja

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  8. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir soviel in der Schule waren. 13 Uhr war Schluß!
    Wenn ich meine Neffen so sehe (14 +9 ) dann frage ich mich, ob sie genug Zeit haben zum Spielen, Bäume beklettern und einfach nur entspannt sein im Hier und Jetzt.
    Kurse, Vereine, Arzttermine und und bestimmen den Alltag neben Hausaufgaben.
    Grüße
    Oona

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  9. Solche individuellen Entscheidungen haben wir auch manches Mal getroffen. Wir leben schließlich nicht im "1984", wo jeder Schritt von außen diktiert wird, so daß wir keine Luft mehr zum Atmen haben. Man muß als Eltern schon wissen, wie es dem Kind geht und was man verantworten/vertreten kann.

    In der Pubertät sind die Kinder oftmals müde. Ich weiß es aus Erfahrung, denn ich habe das mindestens 3 x erlebt.

    Aus unserer Erfahrung hätte es ohnehin die Schule mit all ihrem selbst erzeugtem Stress gar nicht gebraucht, wenn da nicht der soziale Aspekt wäre. Denn lernen tun die Kids wesentlich schneller in wesentlich kürzerer Zeit. Und das völlig freiwillig, wenn das ganze Drumherum der Schule wegfällt.

    Viele Eltern sind allerdings selbst schuld, besonders auch Mütter, die sich (und ihre Kinder!)ständig mit anderen vergleichen. Da wird immer nur nach dem Abi, nach Studium usw. geschielt. Die Kinder angetrieben ... Als ob es die Handwerksberufe bspw. nicht zu geben bräuchte, all die "einfachen" Tätigkeiten, WER soll sie ausüben? Das Kellnerieren, bedienen, putzen ??? Will ein Professor etwa täglich sein Haus selbst putzen, die Kinder selbst versorgen? Dazu noch den Garten selbst beackern?? Er könnte bald seine Professoren-Tätigkeit nicht mehr ausüben, wenn er kein Hilfspersonal hätte ...
    Man sollte einmal anerkennen, daß ein Studium und eine Karriere nun mal nicht jedem gegeben sind. Da nützt aller Druck nichts. So manche scheitern dann spätestens im Studium.
    Na und dann diese ganzen privaten Aktionen von Ballettstunde über Klavier bis hin zu zusätzlichem Sprachenunterricht ;-) Und wenn man später schaut? WAS fangen diese Menschen mit all ihren Kenntnisse dann (noch) an? Oft wird doch ein Musikinstrument später, wenn es ans erwerbliche Arbeiten geht, beiseite gelegt ;-) Da wären ein bißchen mehr Freiraum in der Kindheit und viel weniger Stress sicherlich sinnvoller gewesen. Denn die Kindheit ist ja nur kurz. Zu kurz, um jeden Tag von einem Termin zum nächsten zu jagen!

    Herzlicher Gruß
    Sara

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