Donnerstag, 3. März 2011

Sprechtage

Da ich eigentlich zur Warnung der Umwelt mit diesem Schild um den Hals herumlaufen sollte,

Vorsicht

habe ich meinen Mann zu dem Elternsprechtag unseres Jüngsten geschickt.

Tja, daß er Schwierigkeiten mit dem Lesen hat, wissen wir, ist auch nicht erstaunlich bei der ausgeprägten AVWS, die er hat. Ansonsten ist er in der Klassengemeinschaft sehr beliebt, man kann sich kaum einigen, wer neben ihm sitzen darf, ist aufgeweckt und stellt intelligente Fragen. Was will man mehr.

Wer auch Verwendung für das obige Schild von Zeit zu Zeit hat, ist eingeladen es sich in Originalgröße runterzuladen - einfach draufklicken ;-)

Ich habe mit J. Lehrer in der Reha gesprochen. Der ganz auch J. sehr gerne mag. Sein provozierendes Verhalten sieht er in erster Linie als Reaktion auf die Umwelt und Grenzen austesten an. Daß, was derzeit in J. eigentlicher Schule läuft, kann er nicht nachvollziehen und sieht den Fehler nicht bei J. Das stärkt mir natürlich den Rücken. Auch wenn ich mein Kind nicht in eine Gruppe zurückgeben werde, wo er nicht willkommen ist und ihm von Seiten der Lehrer auch keine Sympathie mehr entgegengebracht wird.
Letztendlich habe ich schon seit 2008 das Gefühl, er wird aufs Abstellgleis gestellt.

Dann hatte ich noch einen Sprechtag mit der Logopädin von J. zusammen mit der UK Lehrerin von J. Beide haben ein gleiches Bild von J. Kommunikation, seinen aktiven und passiven Fähigkeiten. Beide sind sich einig, daß die Talkermöglichkeiten ausgeweitet werden sollten, da die Sprechökonomie J. beeinträchtigt. Beide sehen die ausgeprägten Kenntnisse im Minspeak, aber auch, daß er aus Sprachökonomie bei Ein- Zweiwortsätzen bleibt. Alles andere dauert ihm und auch gleichaltrigen Zuhörern zu lange. Daher ist eine schnellere Ansteuerung für ihn wichtig.

Dann war noch Sprechtag vom zweiten großen Sohnemann, der auf Klassenfahrt fährt.

Dann muß ich noch sprechen mit der Ärztin in der Reha, denn man war gestern etwas genervt, weil Justus nicht rechtzeitig aufs Klo gekommen ist, und was größeres in der Hose landete. Nun hat er einen spastischen Darm, dh wenn er merkt er muß, bleiben nur wenige Momente. Dann ist es nicht gut, wenn er einen Gürtel umhat, den er nicht aufbekommt. Deswegen habe ich auch keinen Gürtel für ihn - aber man hat ihm einen aus einer elastischen Binde gebastelt.
Als nächstes bekommt er von Milch Durchfall und es gab gestern "gesundes" Frühstück mit Müsli und Milch.
Dann bleiben nur noch wenige Sekunden für ihn, um aufs Klo zu kommen.

Sauer sollte man eher auf mich sein, weil ich wohl nicht so ausdrücklich auf die Auswirkung von Milch hingewiesen habe oder auf die, die das so gar nicht verstanden haben, als ich es erwähte, aber nicht auf mein Kind.

So ist das eben mit den verschiedenen Vorstellungen von Gesund. Zum Glück war auch ich nicht bei dem erstgenannten Elternsprechtag, denn anders als mit dem Vater hätte man mit mir sicherlich wieder eine Diskussion über das Schulfrühstück begonnen. Jetzt habe ich den Gesprächskreis hier geschlossen!


Kommentare:

  1. Viel Kraft und Zuversicht und herzliche Grüße
    Angela und Elisabeth

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  2. Das ist viel aufeinmal! Und wenn wir nicht an allen Ecken schauen...dann geht gleich was schief bei unseren Kindern.
    Ich versteh so gut wie Du das alles meinst und würde am liebsten sagen:"Komm wir gehen heute Abend Pizza essen!"
    Das Schild ist genial. Wie Du das immer schaffst auch bildlich alles umzusetzten.
    Liebe Grüsse und Sonne am Wochenende
    Elisabeth

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