Freitag, 14. Januar 2011

Annastift - Anna von Borries

Hier mein Sohn mit der Stifterin ua dieser Klinik:

Anna von Borries

Und das waren die ersten Schritte:

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Wenn die Wortwahl auch gewöhnungsbedürftig erscheint, so ist es doch noch immer aktuell.

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Anna von Borries wurde geboren am 26. April 1854 in Rehme bei Bad Oeyhnausen. Aufgewachsen ist sie in Dalldorf, Herzogtum Lauenburg an der Elbe. Mit zehn Jahren verlor sie den Vater, wenige Jahre später die Mutter. Ihre Eltern hatten ihr überzeugend und gewinnend Glauben vorgelebt, diese Orientierung blieb ihr nicht nur als Erbe, sondern als eine Verpflichtung zur Hingabe an Christus und an die Menschen.



1887 starb ihr Pflegevater, mit der Pflegemutter zog sie von Lauenburg nach Hannover. Dort fand sie Anschluß an eine erwachende, soziale Bewegung innerhalb der Lutherischen Hannoverschen Kirche. Ihr besondere Aufmerksamkeit richtete sich nach einigen Jahren auf körperbehinderte Menschen. In eben dieser Zeit - 1891 - fiel ihr ein größererer Geldbetrag zu: eine Erbschaft in Höhe von RM 5000.-.



“Ich möchte dieses Geld verwendet sehen zur Fürsorge und Erziehung für jugendliche Krüppel. Wohl ist mir die Geringfügigkeit dieser Summe angesichts des Zweckes, dem sie dienen soll, bewußt; allein ich hoffe, daß Gottes Segen auch auf dieser Gabe ruhen und er diesem Anfang Wachstum und Gedeihen geben werde. Zudem tröstet mich der Gedanke, daß die meisten Veranstaltungen für Krüppel aus kleinen Anlagen hervorgegangen sind....”



Der Arbeit mit Körperbehinderten widmete Anna von Borries sich mit ganzer Hingabe und großer Liebe. Sie selber litt nach einem schweren Sturz in ihrer Jugendzeit an Rückenschmerzen. Aber den Dienst an Notleidenden erkannte und bezeichnete sie als Gottesdienst.



Das Werk wuchs schnell, der Bedarf war groß. 1897 entstand das erste große Haus in Kleefeld, die Baukosten von RM 75.000.- waren größtenteils aufgebracht worden durch eine Kollekte in der Hannoverschen Landeskirche (Ertrag: RM 42.694.-). Es bot 40 Behinderten Platz. 1902 erweiterte man auf 90 Plätze. Das mittlerweile in “Annastift” umgetaufte “Krüppelheim” entwickelte sich zu einer orthopädischen Spezialklinik, in der ärztliche Behandlung, berufliche und allgemeine Bildung, Seelsorge und Pflege Hand in Hand arbeiteten.



Anna von Borries besaß einen sehr kritischen, wachenGeist, der sich nicht selten in Selbstzweifeln gegen sie selber wandte. Andererseits konnte sie größte finanzielle Risiken eingehen, um das Werk weiterzuentwickeln, wenn die Notwendigkeit dazu einfach unabweisbar wurde. 1908 konnte ein großes Lehrlingsheim für Behinderte ingeweiht werden. Dies Wagnis - es gelang und hatte Bestand - hat Anna von Borries entsetzlich viel Kraft gekostet. Bald danach zog sie sich - selber auch leidend! - aus der Leitung zurück und legte sie in andere Hände. Einige Jahre lebte sie am Harzrand.



Wirtschaftliche Not ließ sie 1926 wieder zurückkehren, aber als Pensionärin. Streng hütete sie sich, in die Geschäfte oder Belange des Stiftes einzugreifen. Ihr Aufgabe sah sie in Fürbitte, Seelsorge und Beratung - wenn diese erbeten wurde. Als 90jährige lehnte sie es ab, aus Hannover evakuiert zu werden - die Bombenangriffe beschädigten das Stift nicht. Am 6. Oktober 1947 wurde sein 50jähriges Bestehen gefeiert.



Sie starb am 4. Juni 1951. Als Bibelwort zu ihrer Beerdigung hatte sie schon Jahre vorher ausgewählt: “Ich aber will schauen Dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache, an Deinem Bilde.” (Psalm 17,15)



“Der Täter ist der Glaube, die Liebe ist die Tat” (Anna von Borries)

Kommentare:

  1. Nach wie vor wünsche ich euch viel Kraft und
    Gottvertrauen.
    Angela schließt sich an. - Wir beten täglich
    für dich und deine Familie.

    Alles Liebe
    Angela und Elisabeth

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  2. Ich danke dir außerordentlich für diesen Exkurs- beeindruckende Frau.
    Das Schlusszitat muss ich mir merken.

    Grüße
    Katharina

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