Mittwoch, 27. Oktober 2010

Wenn Süßigkeiten krank machen ;-)

Jeder von uns weiß, dass Süßigkeiten nicht unbedingt in die Kategorie gesunde Ernährung zu zählen sind. Dennoch war ich leicht erstaunt, als wir unseren Kindern bei einem Tagesausflug einen Süßigkeiten Snack anboten und sie die Wahl zwischen Mars und Snickers hatten und mein jüngster Sohn das Mars fast panisch ablehnte.

Ich war etwas irritiert und wollte wissen, was sich hinter seiner Angst verbarg.

Er meinte, von Mars krank zu werden. Auf meinen fragenden Blick hin fuhr er fort, dass man doch schon die Krankheit danach benannt habe und er einfach keine Ma(r)sern bekommen will.


Von Sprachbananen und Benzinpumpen

Ich bin gestern von der Lehrerin vom mobilen Dienst informiert worden. Sie hat die neuen Audiogramme auf eine Sprachbanane übertragen und mir gezeigt, welche Laute jetzt wegfallen. Dies sind neben den Grundtönen derzeit "nur" einige Zischlaute. Alles andere kann sie hören wenn auch leiser als gesundhörende.



Mit dem dicken schwarzen Strich habe ich so in etwa die Audiogramme meiner Tochter eingetragen. Die Frequenzen der grauen Banane braucht man, um Sprache zu verstehen. Die dünneren Striche sind die Normalkurven in verschiedenen Altersstufen, also mit zunehmender Hochtonschwerhörigkeit. Ich habe es nur grob eingezeichnet, damit man sich das als Leser, der noch nichts damit zu tun hatte, auch vorstellen kann.

Man kann also erkennen, daß alle wichtigen Laute noch zu hören sind, wenn auch leiser.

Aus diesem Grund haben wir die HG Anpassung erstmal auf Ende Januar vertagt, da ich in 3 Wochen mit meinem großen Sohn ins KH gehe und dann durch die lange Gipsliegezeit keine Möglichkeit habe eine Anpassungsphase von ca einem 1/4 JAhr aktiv für meine Tochter mitzugestalten.

Also bleibt alles erstmal wie es ist.

Bei unserem Auto ist die Bezinpumpe defekt  - teures Teil!

MIST - Um Bernd das Brot zu zitieren!



Dienstag, 26. Oktober 2010

Hören und Fahren oder besser nicht hören und nicht fahren

Gestern hatten wir unseren regelmäßigen Termin in der Pädaudiologie und es ist das eingetreten, wovor ich mich gefürchtet hatte. Der hiesige HNO hatte ja einen akuten Otoskleroseherd bei meiner Tochter entdeckt und nun zeigen auch die Hörergebnisse mit einer plötzlich aufgetretenen Tieftonschwerhörigkeit, daß er es richtig erkannt hat.

Der Hörbefund und auch die Sprachverständnistests zeigen trotz unterschiedlicher Meßmethoden das gleiche Bild. Fortschreitende Versteifungsproblematik heißt es im Bericht.

So haben wir eine Verordnung für 2 Hörgeräte in der Tasche, was irgendwie tonnenschwer auf mir lastet. Nicht die Tatsache als solche. Aber ich kenne mich so gar nicht damit aus.

Heute Nachmittag kommt gleich die Lehrerin vom mobilen Dienst für hörgeschädigte Kinder, um die neue Situation mit uns zu besprechen. Ich bin dankbar nicht alleine dazustehen.

Heute Morgen blieb dann nach zwei kurz aufblinkenden Fehlermeldungen das Auto stehen. Das Autohaus meldet sich auch noch nicht mit der Diagnose...

Manchmal hat man einen Lauf-

allerdings sollte ich dankbar sein, daß es heute nur ca 2 km von hier entfernt passiert ist und nicht gestern in Oldenburg.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Berlin, Berlin

Berlin, Berlin... wir fahren nach Berlin

und zwar das erste Mal mit allen 4 Kindern. Schon bei den letzten Aufenthalten habe ich meinen Rollischieberblick über die Fahrstühle, Rampen, Bordsteinabsenkungen, Treppen usw. schweifen lassen und doch mit einigen Imponderabilien gerechnet. Wenn man dann sowieso 4 Kinder im Schlepptau hat, ist das ja eh wie Flöhe hüten. Da war es vielleicht sogar gut, dass einer im Rolli nicht so schnell verschwinden konnte.

Zusammengefasst kann man sagen, es war sehr anstrengend, aber auch sehr anregend. Es ging deutlich besser mit den 4 Kindern, als wir es befürchtet hatten. Dabei war ich eigentlich schon bei der Ankunft im Hauptbahnhof in Berlin so weit zu sagen, wir fahren wieder nach Hause. Aber der Reihe nach. Früh morgens sind wir um 6.10 Uhr in den Zug gestiegen, um rechtzeitig in Berlin zu sein. Schon bei der Buchung vor vielen Monaten hatten wir darauf geachtet, dass wir an einem Donnerstag in den Ferien anreisen, da am Donnerstag die letzten 4 Stunden der Öffnungszeit der staatlichen Museen kostenloser Eintritt ist.

Wir hatten am HH Hbf. nur 8 Minuten Umsteigezeit, was mit Rollstuhl nicht ganz einfach ist, weil die Fahrstühle meist von Leuten genutzt werden, die auch locker Rolltreppe fahren dürfen, was uns nicht möglich, ja sogar verboten ist.

Aber auch dieses Hindernis haben wir meisterhaft bewältigt. Beim Einsteigen in den ICE merkte ich, dass einer der Rollstuhlreifen komplett platt ist. Dies ist uns das erste Mal in den vielen Jahren von Luftbereiften Kindergefährten passiert und jetzt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Am Tag zuvor hatte ich mir die abgefahrenen Mäntel argwöhnisch betrachtet, aber beschlossen, bis zur OP müssen sie noch halten, Pustekuchen, wer hört denn schon auf mich.

Tja, was tun, auf Felgen fahren ist weder für den Rolli noch für das Kind besonders gut.

Ich habe dann vom Zug aus unseren Orthopädiemechaniker angerufen, der mir gleich zusicherte, dass er in Berlin mit einem Kollegen gut befreundet sei. Er werde was organisieren. Schon bevor wir in Berlin ankamen, war klar, dass sich um 12 Uhr ein Techniker bei mir auf dem Handy melden würde.

Im Hauptbahnhof in Berlin habe ich Fahrrad und Autovermietung abgekaspert, um nach Pumpe/Preßluft zu fragen, keiner hatte was.

Dafür bekam ich dann bei der Info die Nachricht, dass man vor 2 Wochen die Preisstruktur der staatlichen Museen geändert habe und es am Donnerstag keinen freien Eintritt mehr gebe.

So standen wir dann da. Platter Reifen, unmobil und eigentlich alle Aktivitäten für die Großfamilie gestorben. Warum sollten wir denn noch bleiben.

Tja, was macht man in einer solchen Situation... erstmal gut frühstücken. Über dem Kaffee und der ansteigenden Blutzucker beschlossen wir dann die neue Preisstruktur der Museen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Alternative war für uns gar nicht schlecht. Uns erschien es so, als habe man die Preise generell gesenkt und Kinder unter 18 Jahren hatten generell freien Eintritt und eine Begleitperson für unseren Sohn war zusätzlich auch noch frei. Also kauften wir einen 3 Tages Pass für einen Erwachsenen für 19 € und uns stand die Welt der Museen offen.

Ok, der Reifen war immer noch platt, aber damit schlugen wir uns mit Bus und Bahn bis zur Museumsinsel durch, wo sie zum Glück auch große Schließfächer haben, in denen wir unser ganzes Gepäck versenken konnten.

Dort tauschten wir den Rolli gegen einen Leihrolli. Kurz nachdem wir im Museum waren, habe ich von einer Firma aus Berlin den Anruf bekommen, dass man bei uns den Notdienst machen würde. Wir verabredeten uns auf der Museumsinsel. Noch ein Anruf und ich bin mit dem Rolli raus zu dem verabredeten Behindertenparkplatz. Ruck Zuck bekamen wir einen neuen Schlauch. Das war alles schon im Vorfeld geklärt worden, welche Größe usw. Auch die Abrechnungsmodalitäten waren geklärt und unsere Daten schon erfaßt. Ich mußte nur noch unterschreiben und war keine 10 min später mit einem funktionstüchtigen Rolli wieder im Muesum gewesen. Wenn uns auch der Museumswärter und die Politessen beäugten und sich wohl keinen Reim auf das Beobachtete machen konnten.

In dem Moment war die Welt wieder in Ordnung.

Zuerst haben wir uns die alte Nationalgalerie angesehen. Die Audioführer sind sehr gut. Man sieht die Bilder mit ganz anderen Augen. Die Beschreibungen eröffnen ganz andere Sichtweisen.

Durchblicke

Im Anschluß haben wir das neue Museum unsicher gemacht. Im neuen Museum sind die Ägypter, Troja und die Nofretete untergebracht. Mit diesen Themen können gerade die Kinder schon mehr anfangen.

Gebogen

Passend zum Thema Ägypten sind die Piktogramme vor den Toiletten dort auch Hieroglyphen- unabsichtlich allerdings. Man muß schon wissen, dass man als Mann 2 Beine hat, als Frau jedoch nur 1. Allerdings haben Männer vor dem Wickeltisch auch nur ein Bein, sollen aber dennoch männlich sein. Frauen tragen allerdings ein angedeutetes Röckchen, was auf dem zweiten Blick zu erkennen ist, allerdings die wickelnde Frau wiederum sieht exakt aus wie der wickelnde Mann. Hier endlich die Gleichstellung von Mann und Frau. Verwirrend. Und die Verwirrung habe ich perfekt gemacht, als ich mit J. auf das Behinderten WC wollte, was dummerweise mit in den jeweiligen Herren oder Damentoiletten untergebracht ist. Soll ich nun J. mit aufs Damenklo nehmen oder mit ihm aufs Herrenklo gehen. Die Museumswächter dort schickten mich aufs Herrenklo mit J., was mir einige seltsame Blicke über die Schulter der Herren am Pinkelbecken einbrachte. Als ich die Toilette wieder verließ, ist eine Gruppe japanischer Männer bei meinem Anblick sofort wieder abgeschwenkt, um die passende Toilette zu suchen.

Nach diesem Museum haben wir erstmal eine ausgiebige Pause bei McD eiungelegt und uns gestärkt. Das Nikolaiviertel wollten wir den Kindern noch zeigen und da wir sowieso die Eintrittskarten hatten, sind wir auch noch in das Museum der Nikolaikirche gegangen. Auch dort gibt es sehr gute Audioführer. Die Kirche gibt auch einen guten Überblick über die wechselhafte Stadtgeschichte von Berlin.
Hätten wir keine Kinder dabei gehabt, wäre ich länger auf der Empore sitzengeblieben und hätte länger der Musik (rund um Paul Gerhard) dort gelauscht und den Blick auf diese so formschöne Kirche genossen.

Im Pergamon Museum haben wir uns auch einen Audioguide geleistet, der eine 1/2 stündige Highlightführung durch das Museum anbot. Die haben wir dann alle zusammen gemacht. Die Kinder waren schon sehr beeindruckt von den monumentalen Bauten. Nebukadneza und Babylon können sie aus der Bibel einordnen und waren schon angehaucht von der Gewaltigkeit der Geschichte, die sie da sehen durften.

Im Berliner Dom haben wir um 20.00 Uhr an der Taize Andacht teilgenommen. Der Dom war mit Kerzen illuminiert, was unglaublich stimmungsvoll war.

Berliner Dom

Die meditative, eingängige aber auch gleichbleibende Musik hat die Kinder, die auch total erschöpft von den vielen Eindrücken waren, eingeschläfert und so sind sie fast alle friedlich auf den Bänken eingeschlafen.

Berliner Dom

Nur J. blieb wach. Er war von einem der Musiker namentlich begrüßt worden. Sein Name steht ja hinten auf dem Rolli drauf. Daher war es denn SEIN Gottesdienst und er hat die Musik sehr genossen.

Was sie nicht daran hinderte auch im Hotel sofort müde in die Betten zu kippen, was gar nicht so einfach war, denn bei der Reservierung hatte das Hotel einen Fehler gemacht und uns statt 2 Familienzimmern zwei einfach Doppelzimmer zugewiesen. So endeten wir dann in 2 Suiten, was sehr edel war. Wir konnten es an dem Abend aber kaum noch würdigen, denn das Kopfkissen rief zu laut nach uns.

Für einige unserer Kinder war es die erste Nacht im Hotel. Sie kannten bisher nur Kabninen auf Schiffen. So sprachen sie dann auch von Kabinenschlüsseln statt von Zimmernschlüsseln.

Der nächste Tag zeigte Berlin eher regnerisch.

Berlin - Nebeltristesse

So sind wir dann in den Bus gestiegen und haben mit der Nummer 100 eine Stadtrundfahrt gemacht. In der Nähe des Bahnhof Zoo ist das Fotografie Museum, was wir uns auch ansahen, da es drinnen nicht regnete ;-)

Weitrer ging es mit der Nummer 200 zum Potsdamer Platz. Erste Ampel Deutschlands ansehen, das Sony Center und die Mauerstücke die dort noch auf dem Mauerverlauf stehen.

Anschließend ging es in die neue Nationalgalerie. Dort mußten wir mit dem Lastenaufzug in das Tiefgeschoß gebracht werden. Der Museumswärter fragte, ob sie einen solchen Fahrstuhl schon mal gesehen haben und ganz von Welt antworteten die Kinder, der in der Osloer Nationalgalerie sei auch so nur größer ;-)

Nachdem wir durch das Who ist Who der neuen Zeiten (1900 - 1945) geführt wurden, entdeckte mein jüngster Sohn ein naturalistisches Kriegsgemälde, was er als die großartigste Kunst empfand. Alles andere sind nur Bilder, aber das ist Kunst.

Leider ist mein Foto nicht ganz scharf geworden, da man nicht mit Blitz fotografieren durfte, aber einen Eindruck vermittelt es dennoch.

^BerlinHerbst 093

Mit dem Kadewe haben meine Kinder endlich mal wieder ein größeres Kaufhaus gesehen. Denn wir hatten im Ort erst ein Karstadt, was denn Hertie wurde und dann pleite war.

Im letzten Winter haben die Sprinkleranlagen einen Wasserschaden verursacht und das Gebäude kann faktisch nur noch abgerissen werden, was es noch unwahrscheinlicher macht, einen Investor zu finden.

Dann kam das Highlight des Tages, denn wir gingen in den Lush Seifen Laden. Meine Kinder geben nie ihr Taschengeld aus, aber die handgemachte biologische Seife wollten sie unbedingt haben. Alles durften sie im Laden pobieren, nutzen, riechen. Wir haben lange Zeit mit viel Spaß dort verbracht und sind mit einer großen Tüte meinen Mann suchen gegangen, der derweil im Buchgeschäft auf uns wartete.

Leider fuhren die Busse dann nicht zeitgerecht, was sich dann als Glück darstellte, denn so sind wir zu diesem schönen Spaziergang unter den Linden und am Brandenburger Tor gekommen.

Berlin Brandenburger Tor

Unter den Linden - Nacht der Lichter

So.... dann wurden wir zu Kuppelguckern und sind die Politikern aufs Dach gestiegen. An der langen Schlange vorbei durch den Spezialeingang für Gehbehinderte - manchmal sind es echte Treats.

^BerlinHerbst 162


Es gibt eine Extra Kinderführung auf der Kuppel. Ich habe mir sie auch aufs Ohr gesetzt, damit ich das höre, was mein Sohn hört und ich weiß, wie ich den Rolli schieben muß, denn die Rampe ist zu steil für ihn. So sind wir Bernd das Brot auf die Kuppel gefolgt, der sich auch kurzerhand in den Trichter stürzte um in der Klimaanlage zu landen, während Chili das Schaaf mit einem nicht genehmigten Raktenauto um den Fernsehturm düste. Gemeinsam haben wir alle Frau Merkel zum Kanzleramt rübergewinkt - aber sie war wahrscheinlich schon zu Hause ;-) keiner hat zurückgewinkt.

Auch an diesem Abend fielen wir müde ins Bett.

Dann hieß auch schon packen, denn der Zug fuhr um 14.00. Diese Zeit nutzen wir noch für die Etage mit den Menzels in der alten Nationalgalerie und die Ausstellung Römer und Etrusker in Berlin.

Während die „normalen“ Museumsbesucher mit bombastischer Architektur zum Staunen gebracht werden,

^BerlinHerbst 203

^BerlinHerbst 231

^BerlinHerbst 234


sehen doch die behindertengerechten Eingänge um ein vielfaches schlichter aus:
Museumsinsel

Museumsinsel

Und so verließen wir sehr müde und vollgepackt mit vielen Eindrücken Berlin, in der festen Absicht wiederzukommen.

Seeing is believing Teil 1

Seeing is believing Teil 2

Es ist Herbst

bei uns im Norden. Daran ist nicht mehr zu zweifeln:

Heiligenhafen

Wir haben jetzt auch die Heizung an.

Die versprochenen Berichte aus den Herbstferien kommen noch ;-) Aber erst muß die Wäsche weg und Wäsche ist VIEL!

Sonntag, 17. Oktober 2010

Durchblicke und Spiegelungen

Durchblicke

Sony Center mal 2


Ich - die Viele

Reisebericht in Worten folgt später

Nacht der Lichter in Berlin

Was ich da so eingefangen habe

Berlin Brandenburger Tor


Berlin- Brandenburger Tor

Vom reichstag gesehen mit der US Botschaft im Hintergrund:

Berlin - Nacht der Lichter

Unter den Linden:
Unter den Linden - Nacht der Lichter

Ehrwürdiges Adlon, illuminiert mit Symbolen der Firmen von Weltruf - ein Who ist Who der Kunden???

Berlin - Adlon - Nacht der Lichter



Mittwoch, 13. Oktober 2010

Hauptstadtperspektiven

Berlin - ungewöhnliche Perspektiven

Kunst, oder was Besucher daraus machten:

Berlin - ungewöhnliche Perspektiven

Berlin - ungewöhnliche Perspektiven

Dienstag, 12. Oktober 2010

MDK

Ich habe an meine Pflegekasse einen Brief geschrieben und die Pflegestufenerhöhung auf Stufe 3 beantragt für die Zeit nach der OP. Ich habe also ab OP Tag beantragt und mitgeteilt, daß wir wahrscheinlich ab Anfang Dezember zu Hause sind, damit begutachtet werden kann.

Nun kam ein Brief vom MDK, die mir einen Termin nächste Woche zur Begutachtung mitteilten.

Diesen habe ich nach gefühlten Stunden in der Warteschleife absagen können. Ich bekam noch auf den Weg, daß ich mit der Pflegekasse sprechen soll, damit mir diese Terminsabsage nicht als mangelnde Mitwirkungspflicht ausgelegt wird.

Wer bitte hat denn hier nicht mitgewirkt und nicht gelesen....

Mein Sachbearbeiter bei der Pflegekasse meinte zu mir, er habe die Passage mit den Daten sogar noch angemarkert, bevor er es an den MDK weitergeleitet hat.

Bürokratie eben.

Montag, 11. Oktober 2010

6 h Lauf

Welch wunderschönes goldenes Herbstwetter hatten wir bei dem 6 h Lauf. Passend zum Austragungsort an der See heißt er Gezeitenlauf.

Im letzten Jahr hatten wir einstellige Temperaturen, Dauerregen und Eiswind. Ich stand damals nach ca 25 km über 45 min unter dem Fön, weil ich einfach nicht wieder auftaute. Ich wollte eigentlich die Marathondistanz gelaufen sein, war aber zwischenzeitlich erfroren.

Dieses Jahr war das Wetter einfach erstklassig, dafür meine Kondition so schlecht wie das letztjährige Wetter.

Also entschloß ich mich, mit den Kindern ein paar Runden zu laufen. Das haben wir auch genossen.

Erstaunt hat mich mein jüngster Sohn, der so klein wie er ist nicht nur fast 10 km gelaufen ist, sondern diese auch noch fast durchgängig in einem enormen Tempo. Von vorn von der Startlinie ist er weggeprescht. Man meinte, er müsse in der nächsten Kurve hechelnd auf uns warten, aber nix. Der kleine sprintete die ganzen 3,2 km für eine Runde durch. Die nächste Runde lief er langsamer, um dann einen 2 km Endspurt in der 3. Runde hinzulegen.

Bloß nicht überholen lassen.



Montag, 4. Oktober 2010

An den Rollstuhl gefesselt - aber mal im wahrsten Sinne

Am Wochenende war ich mit den Kindern auf der Messe "Du und Deine Welt", eine Verbaucher Messe, so hieß sie früher, meine ich mich zu erinnern. Jetzt heißt sie Einkaufs- und Erlebnismesse.

In der ersten Halle war ein Ritterspektakel. Eine Halle Mittealterleben mit Bogenschießen, Schmuckständen, Ritteraufführungen und Kämpfen.

Mein Sohn durfte auf historischen Blasinstrumenten spielen.

Mir hat ein Schaussteller einen eisernen Ring um den Knöchel gelegt und mit damit mit einer Kette an einen großen Hinkelstein gekettet.

Hm... weglaufen konnte ich so nicht mehr. Aber da kam mir eine Idee. Schwups den Stein geschnappt, meinem Sohn auf den Schoß gestellt (zu schwer war er nicht) und die Kette gerafft und mit dem Rolli dann schnell verschwunden. Die umstehenden Leute mußten lachen und der Schausteller hinter mir her ;-)

Wir haben die Ausstellung sehr genossen. Sind mit Backformen, Gewürzen und vielen Eindrücken wieder nach Hause gekommen. Gestaunt haben wir über all die vielen schöne Produkte aus fremden Ländern, aber auch die Vielfalt aus Deustchland war beeindruckend.

Die Kinder mochten die Schutzhundestaffel der Polizei und die Riesenrutsche des THW.


Freitag, 1. Oktober 2010

Kinderhospiz

In einem Magazin der Bahn las ich das erste Mal von einem Hospiz. Selbstverständlich ging es um alte sterbenskranke Menschen, die dort eine liebevolle Aufnahme fanden. Zu den Texten gab es wunderschöne, aber schwarz weiße Bilder. Bilder von einem weiß bezogenem Pflegebett, einem Nachttisch mit einer Willkommenskarte, einem Steintürmchen, Fußspuren im Schnee und das Licht am Ende des Tunnels. Es war ein interessanter Artikel, dennoch wird das Wort Hospiz bei mir immer mit schwarz – weißen Bildern verbunden sein.
Kinderhospiz ist eine Wortzusammensetzung, die es nicht geben sollte. Einfach weil es keine Kinder geben sollte, die eine solche Einrichtung brauchen. Aber es gibt nun mal auch Kinder, die lebensverkürzend erkrankt sind, daher ist es ein Segen, dass es solche Einrichtungen gibt.
Als dann bei uns lokal ein Kinderhospizverein für die ambulante Arbeit gegründet wurde, wurde ich sofort Mitglied. Aber dennoch blieben für mich Berührungsängste. Mein Kind ist zwar behindert, aber eine Lebenserwartungsprognose haben wir nicht, damit auch keine negative. Mein Kind ist lebenslustig und fröhlich (meistens zumindest) und damit habe ich es bei einer Mitgliedschaft im Verein belassen.
Während der Reha Zeit in Friedehorst traf ich im Universum, wo wir unsere Freizeit verbrachten) einige Eltern, die gerade von dem Tag der offenen Tür im Kinderhospiz Löwenherz in Syke gewesen sind. Sie schlugen mir vor, doch auch mal an einer solchen Informationsveranstaltung teilzunehmen.
Dennoch blieb da dieses Gefühl von, da gehören wir nicht hin. Uns hat es ja nicht so schwer getroffen, was würden die dortigen Familien von uns denken, wir müssen uns ja nicht konkret mit dem Sterben auseinander setzen.
Klar kann es immer wieder kritische Situationen geben. Als er 2008 fast verhungert war, hätte ein banaler Infekt gereicht, mein Kind sehr schnell dahinzuraffen.
Auf der anderen Seite gibt es für uns hier gar nicht, keinen Familienentlastenden Dienst, keine Kurzzeitpflege an Wochenenden oder mal in den Ferien. Das naheliegende Internat bietet diese Möglichkeit vorrangig in der Schulzeit an.
In einem der vorhergehenden Postings hier hatte ich geschrieben, dass die Lebenshilfe noch keinen Familienentlastenden Dienst anbietet. So kam es dann gestern über die Vermittlung eines Freundes zum Erstkontakt von mir mit dem Hospizverein als Hilfesuchende.
In der nächste Woche haben wir einen Kennenlerntermin und dann wird besprochen ob und wie wir Hilfe vorrangig während der Gipszeit erhalten werden können.
Komisch, Berührungsängste waren doch da, aber während des netten Telefonats schnell verschwunden.
Ich werde weiter berichten.


Zahlenspiel

Mein Mann ist im gleichen Abstand nach Ende des 2. Weltkrieges geboren, wie unser jüngstes Kind zum Mauerfall.

Für uns so lebendiges ist für sie genauso Geschichte wie für uns das 3. Reich.