Mittwoch, 15. Dezember 2010

Einbrüche, Adventskonzerte und sonstige Kollateralschäden

Lange habe ich nicht geschrieben, viel gibt es auch nicht zu berichten. Wir leben drinnen zur Zeit, raus können wir ja auch kaum.

J. erträgt das Liegen mit großem Langmut, guter Laune und vor allem OHNE Schmerzen.

Da ich ihn ja in einer offenen Schiene versorge, weiß ich wie beweglich er ist und diesen Zustand der Beweglichkeit der Beine hatten wir erst über 14 Monate nach der letzten OP wieder. Das macht Hoffnung, daß er dieses Mal leichter wieder auf die Beine kommt.

Andersherum zeigt diese Erfahrung auch, wie falsch damals alles gelaufen ist und ich frage mich, warum ich es nicht in dem Ausmaß erkannt habe aber noch viel mehr, ob andere mit Erfahrungen wie Ärzte, Schwestern, Therapeuten nicht viel früher es hätten sehen müssen und auch reagieren.

Was hätte ich meinem Sohn für Quälereien ersparen können, wenn mir einer mal gesagt hätte, daß die Spreizschiene etwas von ihm verlangt, daß der Knochen/Stellung nicht hergibt.

Aufgrund der Erfahrung vom letzten Mal habe ich jetzt Hochstufung auf PS 3 beantragt, der MDK war auch schon da. Ergebnis habe ich noch keines. Ich werde aber hier berichten.

Die Pflege ist körperlich anstrengend, ich bin zur Zeit ein Serientäter geworden, was verlieren angeht, erst den Personalausweis, dann eine EC Karte usw. Das sind klassische Zeichen der Überlastung. Aber ich denke auch, daß auch einfach Druck von mir abfällt, weil ich die größte Angst verloren habe.

Mein 2. Sohn hat mit dem Chor an einem Adventskonzert bei Kerzenschein in unserer Kirche mitgewirkt. Dort bin ich gerne hingegangen, umsomehr weil ich sein erstes Konzert verpaßt habe, es war während des Krankenhausaufenthaltes. Danach konnte ich dann per Skype mit meinem aufgedrehten begeisterten Kind sprechen, der von voller Melodien war. Wehmütig habe ich ihn übers Bildtelefon beobachtet, traurig, nicht bei ihm sein zu dürfen. Umso schöner war es, dieses Konzert jetzt zu hören.

Den Vorsteher des Annastifts haben wir dort auch noch getroffen, der sich lieb nach unserem Sohn erkundigte.

Mit Einbruch meine ich leider nicht Wintereinbruch, sondern einen echten Einbruch. In die Arztpraxis nebenan hat man in der Nacht von Sonntag auf Montag eingebrochen und dabei auch unsere Tür eingeschmissen. Die Haustür ist noch keinen Monat alt und der Schaden beläuft sich auf über 1000 €.

Hier laufen gerade die Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren. Alle Kinder spielen beim Weihnachtsspektakel: Hilfe die herdmann kommen am 24. in der Kirche mit.

So finden immer Proben statt. Mein jüngster Sohn führt in der Schule noch die Häschenschule vor und soll -so die Elternpost HEUTE- MORGEN bitte 1 Paar lange braune Strümpfe, ein gebügeltes Hemd, eine kurze braune Hose, ein gebügeltes Stofftaschentuch, 1 Jägerhut mit Feder, einen roten Umhang, einen einfarbigen braunen oder roten Pullover mitgeben.

Wie gut, daß mein Mann Sonntags immer den Jägerhut mit Feder trägt, sonst hätte ich gar nicht gewußt, wo ich das wohl hernehmen soll *ironiemodusaus*

Vom Rodeln gerade hereingekommen, vernichten alle Kinder gerade die Hausaufgabe vom Gymnasiasten, der gerade aus einer Pringelsdose eine Lochkamera baut. Dafür müssen die Chips natürlich vernichtet werden. Da boten sich die Geschwister an, dabei zu helfen.

So, ich gehe jetzt mal einen Jägerhut suchen...

Kommentare:

  1. ...schön, daß du trotz aller Schwierigkeiten deinen Humor behalten hast. So ist es sicher leichter, alles in den Griff zu bekommen.
    Wünsche euch, daß die Pflegestufe bald durchkommt und ihr mehr Hilfe bekommen könnt.
    Euch allen eine gute und möglichst leichte Zeit,
    liebe Grüße von Birgitt

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  2. Den guten Wünschen Birgitts schließen wir uns
    an.
    Herzliche Grüße
    Angela und Elisabeth

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  3. Da tut sich ja ordentlich was bei euch. So kreativ deine Kinder!
    Also so viele braune Sachen könnt ich jetzt auch nicht herzaubern. Ihr werdet schon was passendes finden. Viel Spaß auf jeden Fall bei der Aufführung.
    Was ich überaus toll finde, dass es J. so gut geht. Ja, so hätte es das erste Mal auch laufen sollen. Es ist klar, dass das jetzt erst so richtig bewußt wird. Man kanns nicht ändern. Hauptsache, es wird jetzt besser.
    Ich wünsch euch noch eine schöne Woche.
    liebe Grüsse
    Tanja

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  4. Liebe Muschelsucherin
    Du klingst so voller Kraft. Schau nicht zurück. Es ist nicht mehr zu ändern. Freu Dich dran wie es jetzt ist. Und es hört sich wirklich gut an. Der Kleine ist so tapfer. Sag ihn doch mal, dass wir ganz weit weg in Bayern ganz stolz sind auf ihn....
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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