Donnerstag, 4. November 2010

Bedrohung

Seit einiger Zeit berichten meine Söhne, daß sie im Vorfeld des Tischtennistraining, das in der Sporthalle der Hauptschule stattfindet, von den dort den Nachmittag auf dem Schulhof verbringenden Schülern belästigt werden.
Erst fing es an, daß mit dem Fußball auf sie geschossen wurde, dann mit Spielzeugpistolen, die kleine Kügelchen abschießen.

Nun hat die Trainerin angeordnet, daß die Kinder außerhalb des Schulgeländes auf sie warten und sie gemeinsam das Spießrutenlaufen machen, da auch die "großen" mit 15-16 Jahren Angst hatten.

Aber das hat auch nichts genützt. Gestern sind sie nun auf der anderen Seite der Schule gestellt worden, mit Sprüngen in den Rücken wie Kung Fu versehen wurden, dann wurden ihnen die glühenden Seiten der Zigaretten vors Gesicht gehalten.

Da paßt dann Elsiabeths heutige Frage gut ins Bild und zeigt, daß die Vorkehrungen bei weitem nicht ausreichen. Denn die rauchenden Kinder gestern sind eher 13 als 16.

Zumindest ist mein Sohn völlig außer sich wieder gekommen. Das Turnier lief dementsprechend auch schlechter als erhofft.

Vor einigen Jahren gab es schon mal solche Situationen, da wurde dann der Schulhof abgeschlossen. Die (damals andere) Kinder waren dennoch auf dem Schulhof, in dem sie über oder unter der Absperrung durchkletterten und waren dann noch agressiver. So erscheint das auch keine gute Möglichkeit.

Die Trainerin nimmt heute mit der Präventionsbeauftragten der Stadt und der Polizei Kontakt auf.

Bereits in der 3. Klasse hatte mein Sohn eine Präventionsgruppe der Polizei bei sich in der Schule und sie haben damals schon die Hauptschule als einen Ort genannt, an dem sie sich nicht sicher fühlen. Aber getan hat sich nichts.

Die Trainerin erzählte sogar, daß sie einmal einen Notruf gestartet hatte und man wirklich fragte, wo denn die Hauptschule sei. Das ist doppelt erschreckend, da sie von der Polizei aus sogar zu sehen ist.

Ob es Schüler der Schule sind oder sie nur so einfach Nachmittags da so abhängen weiß keiner genau.

Wir werden jedenfalls unsere Kinder heute begleiten müssen.


Kommentare:

  1. Dein Bericht ist so erschreckend. Und doch das Spiegelbild der Gesellschaft. Es ist ganz schön spät, um endlich durchzugreifen. Das hätte doch schon viel eher passieren müssen, oder? Ich weiss, dass es immer von Bayern heisst, dass wir fast sowas wie ein Polizeistaat sind....aber durchgegriffen wird tatsächlich eher. Hatte vor ca.4 Wochen unangenehmen Besuch von "fragwürdigen" Leuten, die mir Kleidung verkaufen wollten. Ich hab gesagt "kein Bedarf, bitte gehen Sie vom Hof"...und wurde sofort beschimpft....aber wie! Ich hab die Polizei angerufen, weil die dann zur alten Nachbarin rüber sind. Nach 3!Min. war der nächste Streifenwagen da und hat die zwei Frauen mitgenommen....und so läuft es auch auf Schulwegen, Bussen usw. Da ist mir dann doch der Ruf eines "Polizeistaats" nicht unheimlich, wenn ich die Kinder gut überwacht weiss.
    Andere Seite: Daniel hat Susanne von der Schule abholen wollen, war zu früh dran. Stand da dann über eine halbe Std. vorm Schulhaus....und wurde kontrolliert. Er hat sich drüber aufgeregt, ich fand es nicht schlimm.
    Das war jetzt viel zum thema. Ich wünsche Euch ganz schnelle Lösungen, denn das die Polizei frägt, wo die Schule ist find ich nicht gut.
    Viele Grüße
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Muschelsucherin,

    jetzt kommt noch ein Text von einer Elisabeth.

    Wir sind ungeschützt auch irren Menschen ausgeliefert.

    An der Sonderschule für Lernbehinderte war
    es lebensgefährlich. Da zuckten die Schüler mit
    Messern. Mir ist heute noch schleierhaft,
    wie ich das überstanden habe.

    Heute drehen viele Menschen einfach durch.

    Wir können nur hoffen und beten.

    Die Angst begleitet uns, aber vor Angst stirbt
    man so schnell nicht.

    Viel Zuversicht und Kraft und herzliche Grüße
    Elisabeth

    AntwortenLöschen