Montag, 23. August 2010

Mehr Au Pair Erfahrungen

Unser Au Pair A. war mit einem anderen Au Pair I. Litauen befreundet. I. hatte Probleme in ihrer Familie. Eines Tages saß sie dann weinend bei uns, weil der Lebensgefährte der Gastmutter ihr Schläge angedroht habe.

Es gab da wirklich viele komische Dinge, so musste sie das Gessigehen mit dem Hund erledigen, dabei hatte sie Angst vor Hunden. Anlaß der angedrohten Schläge war aber, dass I. die Wäsche des Haushaltes erledigen sollte. Im Haus wohnten wohl nur Mutter und Kind mit Hund und Au Pair. Aber der jetzige (besser damalige – ob er es jetzt noch ist, weiß ich nicht) Lebensgefährte und der Kindsvater brachten immer die Wäsche. Diese sollte sie korrekt auseinander sortieren und stapeln, da es sonst zu unangenehmen Begegnungen der beiden Männer kommen würde.

Da sie die Garderobe der Herren nicht kannte, musste sie Geruchsproben an der ungewaschenen Wäsche machen und den jeweiligen Männern zuordnen.
Dabei ist ihr wohl ein Fahler unterlaufen.

Zum Lachen, wenn es nicht so schlimm wäre.

Aber das war wohl alles nur ein Vorwand, denn die Familie hatte sich ein anderes Au Pair besorgt und wollte I, schnell nach Litauen abschieben. Jetzt war sie aber bei uns gelandet und ich habe noch am Abend ihre Kleidung und Sachen bei der ehemaligen Familie abgeholt und sie durfte erst mal bei uns wohnen.

Weder die Gastmutter noch einer der Herren waren anwesend, als ich die persönlichen Dinge von I. da abholen wollte, die Oma drückte mir die Sachen in die Hand, teils noch klitschnass aus der der Wäsche kommend. Die Oma war hektisch, ich solle schnell machen, bevor die Männer kämen. Ich kam mir vor, wie in einem schlechten Film.

Später wurde mir dann doch flau, dass ich das alles ohne Begleitung usw gemacht habe – ein Handy hatte ich damals auch noch nicht.

Mit Erstaunen stellte ich fest, dass I sowohl ihre eigenen Handtücher und Bettwäsche hatte. Diese musste sie hier in D. kaufen, weil sie nicht von der Familie gestellt wurden. Ebenso hatte sie sich einen Papierkorb für das Zimmer besorgen müssen – seltsam alles.

Bereits am nächsten Morgen waren wir beim Ausländeramt, da war aber schon die Beendigung des Au Pair Verhältnisses bekannt gegeben und die Ausweisung beantragt worden. Wir konnten aber den Verbleib bei uns erwirken. Innerhalb weniger Tage hatten wir dann auch eine neue Familie für sie gefunden, in der sie dann das Au Pair Jahr beenden konnte.

Mich verwunderte damals die Eile, mit der die Familie, die Bürokratie vorantrieb, I. schnell aus dem Lande zu bekommen. Eine Erklärung fand sich dann in vielen Rechnungen von verschiedenen Katalog und Versandhausanbietern, die so nach und nach durch den Nachsendeantrag bei I. in den Briefkasten flatterten.. Hatte man doch Kinderkleidung und Kleidung in Erwachsenengröße (der der ehemaligen Gastmutter) auf dem Namen von I. bestellt und wollte sich der der Bezahlung dadurch entziehen, dass man behaupte, I. sei mit unbekanntem Ziel ausgereist. Die Ware hatte I. aber nie gesehen – dh doch am immer nur an der Gasttochter. An die angeblich von ihr gekauften gepunkteten Gummistiefel in Größe 28 konnte sich sie sich dann erinnern, hatte sie die beim Mädchen öfter gesehen ;-)

Da hatte ich der Familie dann doch einen Strich durch die Rechnung gemacht und auch noch Strafanzeige gestellt.


Muschelsucher

Kommentare:

  1. Unglaublich und unfassbar, aber wahr.
    Gut, dass du bisher immer helfen konntest.
    Herzliche Grüße
    Elisabeth

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  2. Das sind Erlebnisse! Da warst Du der rettende Engel in der Not. Und nachträglich kannst Du froh sein, dass es für Dich gut ablief. So allein dort Sachen abzuholen...
    Doch kennen tu ich sowas schon auch. Ich habe jahrelang bei einem Gerichtsvollzieher im Büro mitgearbeitet. Unglaublich, was es da gibt. Und es gibt 94jährige Omas, die die tollsten Auto-CD-Spieler mit allem Zubehör bestellt haben. Ohne je Führerschein oder gar Auto besessen zu haben...aber einen 35jährigen Enkel, den hatte die Oma!
    Du machst Dir momentan sehr viele Gedanken um die Zukunft vom Sohnemann. oder? Das schiebe ich zur Zeit weit weg, wenn es mich beschäftigt. Auf Susannes Frage, ob sie mal mit ihm wohnen muss, da haben wir lange mit ihr gesprochen. Geschwisterkind sein ist schwer.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche mit all den Schulkindern
    Elisabeth

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  3. Leute gibt´s *kopfschüttel*. Einfach unglaublich.... Gut, dass es aber auch Menschen wie dich gibt;-)): mit Herz und Verstand und Sinn für Gerechtigkeit.

    LG,
    Sabine

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