Montag, 23. August 2010

Arbeitserlaubnis für ein Au Pair oder Kontrolle durch das Arbeitsamt

Wenn man ein Au Pair haben möchte, muß man gerade bei Au PAirs von außerhalb der EU einiges an Voraussetzungen erfüllen.

Zum einen muß man Deutsch oder zumindest ein Elternteil muttersprachlich Deutsch sein. Man muß dem Au Pair ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen, ein festgelegtes Taschengeld zahlen, nicht mehr als 30 h in der Woche beschäftigen, die Möglichkeit zur Teilnahme am Sprachkurs und zum Gottesdienst bieten. Natürlich muß man das Au Pair auch versichern.

Dann braucht das Au Pair ein Visum für ein Jahr und eine Arbeitserlaubnis als Au Pair. Die Gasteltern müssen diese Arbeitserlaubnis beantragen und dabei viele Fragebögen ausfüllen, die sicherstellen sollen, dass es kein Ausbeutungsverhältnis wird.

Da Papier geduldig ist, macht das Arbeitsamt auch von Zeit zu Zeit Stichproben. So stand eines Tages kurz nach der Ankunft von A. ein Herr vor der Tür, stellte sich vor, er käme vom Arbeitsamt und wollte uns als Gasteltern für ein Au Pair mal kennen lernen und die Räumlichkeiten und Begebenheiten in Augenschein nehmen.

Er kam natürlich unangekündigt. Das ist ja auch gut so und wir hatten schließlich nichts zu verbergen. Nur wir wären nicht wir, wenn es glatt gelaufen wäre.

Er kam ausgerechnet an dem Tag, an dem A. Besuch hatte und zwar all die Au Pairs aus dem Sprachkurs, an dem sie teilgenommen hat, bevor sie die Familie verlassen hat und zu uns gewechselt ist.

Das heißt, zunächst war weder unser Au Pair noch die Kinder da. Wir konnten also nur die Papiere, das Zimmer, Küche, Bad von A., die Anmeldebestätigung vom Sprachkurs, die Bücher usw zeigen. Da kam dann auf einmal eine „Horde“ lauter polnischer Au Pair Mädchen und Jungen mit unseren Kindern wieder nach Hause. Es war eine ganz fröhliche Gruppe. Wir zogen dann A. aus der Gruppe raus, stellten sie dem Herren vom Arbeitsamt vor. Sie musste noch ein paar Fragen beantworten, wie ob sie schon Urlaub bei der Familie zuvor genommen hatte, wie wir den anrechnen wollten usw, ob sie beim Sprachkurs sei, ob die Arbeitsstundenzahl eingehalten wird.

Er ließ sich dann auch das Zimmer von innen zeigen und dort wollte er denn auch den ganzen Besuch kennen lernen. Wir fürchteten schon, dass er glaube, wir beschäftigen hier ganz viele Polen irgendwie illegal, aber er unterhielt sich einen Moment nett mit ihnen und verabschiedete sich dann von uns und meinte, er könne beruhigt gehen.

Unsere Befürchtungen waren wohl unbegründet, denn in den folgenden 10 Jahren kam keine weitere Kontrolle und die Arbeitserlaubnisse für die folgenden Au Pairs wurden auch immer innerhalb einer Woche erteilt.




Muschelsucher

Kommentare:

  1. Du schilderst alles sehr schön.
    Ich lese deine Erfahrungen gern. Da lese ich
    Neues, das man wissen sollte.

    Nun wünsche ich dir einen erholsamen Abend
    Elisabeth

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  2. ich verfolge deine Berichte auch sehr interessiert und du schreibst es so spannend, dass ich es gleich nacherlebe ;-)

    ich bin nur selber gerad etwas k.o. und kommentier nur gelegentlich

    liebe Grüße

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