Freitag, 6. August 2010

Am Vorabend ...

Morgen nun wird unser letztes Kind eingeschult. Die Sprüche mit dem Ernst des Lebens verkneifen wir uns. Spannend ist es aber immer wieder. Erstaunlich wie in dem letzten Jahr vor der Einschulung das Kind einen Entwicklungsschub nimmt. Gar nicht so sehr kognitiv, aber im sozialen Bereich, in der Gruppenfä#higkeit, in der Selbständigkeit, in der Verantwortlichkeit und vielem mehr.

Wenn man vor dem letzten Kindergartenjahr noch sagt, was der soll nächstes Jahr in die Schule, so nickt man dann doch ab, ja, jetzt ist er bereit.

Wieder ein Kind, das mit neuen Büchern lesen lernen soll. Gleichzeitig muß den Bedürfnissen von J. gerecht geworden werden, weil sie vor dem Schulwechsel steht.

T. muß in der 6. Klasse jetzt mit 2 Fremdsprachen klarkommen und die entsprechenden Vokabeln lernen. Stolz bin ich immer noch auf seine sehr gute Note im Sozialverhalten. Ist das eine Auswirkung davon, einen behinderten Bruder zu haben? Wurde er gezwungen in einigen Bereichen schneller reif zu werden? Oder ist er einfach durch die so selbstverständlich gelebte Rücksichtnahme in einer größeren Familie geprägt und weiß daß das Leben nicht nur aus sofortiger Lustbefriedigung besteht, sondern daß auch Krankheit, Behinderung und Tod ein ganz selbstverständlicher Teil des Lebens sind, der jeden, jederzeit unverschuldet treffen kann?

Tja und J. hat die große OP im November vor sich. Dann müssen die Kinder hier ohne mich auskommen.

J. hat einen neuen Transportunternehmer, der ihn in die Schule fährt. Man mag das alte nicht wechseln, denn man weiß was man hat. Aber die neue Fahrerin ist so fröhlich, daß der Druck des Gemuffels des alten Fahrers von uns genommen wurde. Es macht jetzt richtig Spaß ihn in den Bus zu setzen. Als mehrfache Oma geht sie auch energisch und beherzt zwischen die Kinder, wenn die sich zu sehr kabbeln - so wirkt sie zumindest. J. ist angetan von ihr, was die beste Voraussetzung ist, daß er sich gut benimmt, denn wen er nicht ernst nimmt, kann schwer unter ihm leiden. Das beste ist, er wird 25 min später abgeholt, was uns den Morgen etwas entspannt.


Das ist also das Schuljahr, das vor uns liegt.
Die Ferien liegen mit der morgigen Einschulen endgültig hinter uns.

J. hat die Reise mit der Lebenshilfe sehr gut gefallen. Nach der Rückkehr mußte ich ihn operativ aus den Lebenshilfebussen entfernen. Auf dem Rückweg hat er die ganze Zeit umkehren gebärdet.
Aus einem Steinbruch mit Steinzeitlichen Ausgrabungen hat er mir eine Delphinkette aus einem dortigen Stein mitgebracht. Es ist so typisch, daß er nichts für sich gekauft hat.

Er achtet aber jetzt morgens auch immer darauf, daß ich die Kette anlege und freut sich, wenn er sie sieht.

Die Kinderzimmer sind renoviert, gestrichen, teils tapeziert, neu eingerichtet. Sie wurden den neuen Bedürfnissen angepaßt. Kein Kindergartenkind mehr, alle brauchen eigene Schreibtische und ungestörte Arbeitsflächen.
Das bedeutete aber auch viele Spielsachen auszusortieren, körbeweise Bücher und Verkleidungen an den Kindergarten abzugeben.

Heute habe ich auch die Logopädin mit meinen Sprachförderbüchern überrascht. Die Hoffnung auf Lautsprache bei J . habe ich schon vor einiger Zeit beerdigt.

J. hat jetzt seinen Computerarbeitsplatz mit seiner Lernsoftware für seinen Bedarf und seine Freude.

Der Sperrmüll hat die meisten Spuren der Entrümpelung beseitigt. Im Keller wartet noch eine Sprossenwand auf ein Turnkindabnehmer und 2 blaue Säcke mit Spielsachenrestmüll müssen in den nächsten Wochen auf die Mülltonne verteilt werden. Dann sind die Spuren beseitigt.

L. ist ja für ein einzuzschulendes Kind sehr klein. Er fährt noch auf einem 18`` Fahrrad. Da bekommen wir nicht einmal einen Korb drauf. Außerdem hat das als Spielfahhrad wie alle 18 `` Fahrräder kein Licht. Das 20`` Fahrrad, das wir haben und das verkehrsicher ist, ist aber noch zu groß für ihn.

Das sind dann die kleinen Probleme, die mit der kleinen Körpergröße einher gehen. Auch der Schulranzen sitzt nicht richtig.

Früher... früher... wie habe ich das gehaßt, wenn meine Eltern immer ihre Schule gelobt haben und unsere kritisierten, also werde ich es jetzt hier und nicht vor den Kindern machen.

Früher hatten wir eine Fiebel und ein Heft, eine Mathebuch und ein Heft und für Reli ein Heft, für Sachkunde eine Mappe und das war es.
Das war im Ranzen und das nahm man immer mit und hatte immer das richtige dabei.

Heute haben die Kinder eine Fiebel, ein Arbeitsheft Teil A und B, ein Schreiblernarbeitsheft für Druckschrift und für Schreibschrift, ein Heft und eine Mappe. In Mathe sind es ein Buch, ein Arbeitsheft, ein Heft, eine Mappe usw usw...
In Anbetracht dieser verschwenderischen Vielfalt der mitzuschleppenden Arbeitsmaterialien, die immer dann in der Schule bleiben, wenn die Kinder mal krank sind und sie dann nie die Hausaufgaben erledigen können, fand ich es schon sehr humorvoll, als die Lehrerin uns aufforderte, die Elternbriefe immer aus der Mappe zu nehmen, damit die Kinder nicht unnötiges Gewicht herum schleppen müssen.

Falls sie uns nicht  täglich  mit Pamphleten in der Dicke des Zauberberg überraschen wird, wird dieser eine Zettel bei einem Schulranzen von 12 kg (bei unserer Tochter - die gerade 23 kg wiegt) kaum ins Gewicht fallen, oder?

Ich habe mich noch nicht getraut den gefüllten gymnasialen Ranzen meines Sohnes auf die Waage zu stellen. Ein "Tilt" würde mich kaum überraschen.

Das schwadroniert eine Mutter am Vorabend der 4. Einschulung....

Kommentare:

  1. oh ich steh vor der ersten Einschulung morgen und bin soo aufgeregt..Gabriel wiegt keine 17kg und ist 107cm groß. Es kann gar kein Ranzen passen.
    Der Ranzen wiegt ja leer schon fast das, was er tragen drüfte...*seufz*

    Ich denk morgen mal an euch! Ich wünsche eine schöne Feier. Bei uns solls regnen :-(

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  2. Liebe I.,
    du fragtest nach der Anpassung von Schrift und Farbe. Also: Du klickst "Design" an, dann "Vorlagen Designer Neu", dann "erweitert". Dann kannst du alles farblich ändern oder eine andere Schrift wählen. Zum Schluss unbedingt auf "auf Blog anwenden" klicken, dann ist alles gespeichert.
    Der neue Hintergurnd sieht klasse aus!!
    Liebe Grüße, Verena

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