Mittwoch, 16. Juni 2010

Schuljahresendwahnsinn

Sind es nun die Lehrer und Erzieher, die meinen den Eltern einen besonderen Gefallen zu tun, wenn sie möglichst viel Aktivitäten am Schuljahresschluß veranstalten oder vielleicht glauben  die Lehrer und Erzieher nur, die Eltern erwarten dieses, ich kann es nicht beantworten.


Fakt ist: Ich erwarte es nicht und könnte mir es auch schöner vorstellen, wenn die Kinder einfach Unterricht machen und ggf einen Vormittag einen Tagesausflug OHNE Elternbeteiligung machen. Ich brauche diese Aktionen eigentlich alle nicht.

Vielleicht sollten sich beide Seiten mal zusammensetzen. Nicht daß die Lehrer eigentlich nicht wollen und die Eltern (zumindest die mit mehr als einem Kind) es auch nicht.

Ich habe heute in einem anderen Blog gelesen, daß es der Mutter mit diesen Terminen auch nicht gut geht. Sie hat darauf verzichtet sie alle aufzuzählen. Dabei wäre es sicherlich beeindruckender als meine Erzählung/ Aufzählung, ist sie doch Mutter von 7 Kindern.

Morgen ist Abschlußfeier im Kindergarten (letzten Freitag war schon Kinderfußballturnier und am Sonntag die Abschlußmesse, zeitgleich mit der Anmeldung für die Ferienpaß), dann am Freitag Abschlußfeier der 3. Klasse im Nachbarort - ich soll einen Kuchen mitbringen, am Montag sind 2 Sponsorenläufe von 2 Schulen, an dem einen nehme ich teil und nachmittags ist ein Schulfest. Am Dienstag bin ich mit J. erneut in der Neuroortho in Hannover, um die intertrochantäre valgisierende Umstellugsosteotomie + Adduktorenverlängerung zu besprechen zu besprechen. Am Mittwoch hat mich Ts Deutschlehrerin eingeteilt Frühstück für die ganze Klasse zu bringen, weil wir faktisch neben dem Gymnasium wohnen und die Kinder eine lange Lesenacht in der Schule verbringen, aber ich hatte vorher schon zugesagt, ab 7.30 Uhr in der Grundschule von Ju Brötchen für das Schulfrühstück zu schmieren. Also liefere ich das Frühstück am Gymnasium um 7.15 ab, J. wird um 7.05 abgeholt, paßt also alles. Nur wann ich das Frühstück für die Schule einkaufe, weiß ich noch nicht. Und welcher Bäcker so früh Brötchen hat und auf dem Weg liegt und ich unser Geschoß von Auto da auch parken kann, muß ich noch rausfinden.
Wahrscheinlich kaufe ich nach der Rückkehr aus Hannover am Dienstag ein.

Tja, heute sprach mich dann eine der Erzieherin im Kindergarten an, dass sie es nicht gut finde, dass ich mich nicht fürs Buffet eingetragen habe. Ich sagte, dass ich 10 Jahre zu jeden Buffet etwas mitgebracht habe und ich mir erlaube, mir dieses Jahr eine Auszeit davon zu nehmen, kriegte ich zu hören: Sie haben ja eine seltsame Einstellung.

Ja, vielleicht habe ich eine seltsame Einstellung, das mag sein, aber irgendwo setzt der Selbstschutz ein - MUSS der Selbstschutz einsetzen bei all dem Wahn, der rund um das Kind betrieben wird.

Neulich fragte ich meine Mutter, wieviele Kuchen sie für uns während der Schulzeit gebacken habe. Da kam eine Zahl kleiner 1 raus. So hatte ich auch den Eindruck. Das mußten Eltern früher nicht leisten. Ob es für die Kinder wirklich nur gut ist, ist auch die Frage. Oder unterstützt man darin auch Kinder in einem narzisstischen Weltbild?

Einiges davon würde mir ja auch Spaß machen. Jetzt fühle ich mich diesem Diktat hilflos wie eine Marionette ausgeliefert und arbeite diese Pflichtermin ab. Schade eigentlich.

Manchmal ist weniger doch mehr.

1 Kommentar:

  1. Ich kann Dir da nur recht geben. Bei uns ist es nun diesmal auch noch so, dass von 3 Kindern am 17.Juli die Sommerfeste sind. Alle drei müssen Anwesend sein. Und nun?
    Und eine seltsame Einstellung hast Du auch nicht. Nein! Ich kann nicht nachvollziehen, was/wie die Erzieherin denkt. Meine Großen sind 31 u.34J. Solchen Stress gab es da einfach nicht. Wir sind nicht die Einzigen, die nicht recht etwas damit anfangen könne. Es ist ein Übermass entstanden. Aber wahrscheinlich gibt es auch die Eltern, die es so recht gut finden. Gabriela geht es momentan genauso (schlecht).
    Wir haben ja noch bis Ende Juli Schule. Heuer hab ich das erste Mal ein Problem mit diesen späten Ferienanfang.
    Viele liebe Grüße
    Elisabeth

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