Mittwoch, 23. Juni 2010

Rückmeldung

Danke der Nachfrage nach der Gesundheit und den guten Wünschen, es wird immer besser. Wobei es ein fieser Virus mit Hörnern gewesen sein muß. Er kam immer wieder mit neuem Gesicht und war immer gleich widerlich ;-)

Ich war gestern mit unserem Großen nochmals in der Neuroorthopädie. Uns wurde ja im April die Notwendigkeit einer erneuten großen HüftOP angekündigt. Diese beruht darauf, daß das Ergebnis der letzten korrigiert werden soll. Das letzte Mal ist mein Sohn durch die Hölle gegangen und wir mit ihm - und dann ist auch noch das Ergebnis schlecht.

So schwer ist es, wieder eine Entscheidung zu treffen, für das Kind zu unterzeichnen, die Verantwortung zu übernehmen. Ich habe doch das letzte Mal schon so die falsche Entscheidung getroffen, oder habe ich die richtige Entscheidung getroffen und es ist nur unglücklich gelaufen?

Nun bekommt mich der Arzt als Mutter mit einer mehr als unglücklichen Vorgeschichte und irgendwann sagte er mir, daß er, der er auch Vater ist und Arzt, mir jetzt einfach sagt, ich hätte keine Entscheidung, Das müsse gemacht werden, so sei die einhellige Meinung der Ärzte.

Damit fühle ich micht jetzt wohl, mir wurde die Verantwortung abgenommen. Ich muß meine Entscheidung nicht vor mir selbst verantworten. Ich trage immer noch genug an der letzten Entscheidung.

Was mir gut tat, was daß alles zerstreut wurde, was in Richtung "Schuld von mir" ging. Man erging sich nach der letzten HüftOP ärztlicher Seits in solchen Andeutungen, daß ich durch Umlagerungen und Spiele mit meinem Sohn die Schraube rausgehebelt habe, was dann all die üblen Verkettungen bishin zu dieser OP nach sich zog. Diesbezüglich war der jetzt behandelnde Arzt ganz deutlich und sagte, daß es ganz sicher nicht von mir verschuldet wurde. Letzendlich und logisch betrachtet wußte ich das. Aber es bohrt als psychische Verletzung und entzündet sich in der Seele. Mir hat es Angst gemacht, mit diesem "Vorwurf"  im Nacken, meinen Sohn erneut nach einer solchen OP zu pflegen, immer die Furcht zu haben, wieder etwas kaputt zu machen. Daher taten mir diese klaren Worte gut.

Der Klassenkamerad meines Sohnes muß an den Füßen operiert werden. Wir haben beide den gleichen OP Termin bekommen und werden hoffentlich auch in einem Zimmer liegen. Die Jungen eines und wir Mütter ggf auch ein Mütterzimmer. Das wäre für uns sehr schön.

Ich sehe der Sache viel ruhiger und gelassener entgegen. Mir sind meine schlimmsten Sorgen und Entscheidungen abgenommen worden. Ich fühle mich aufgefangen und gut betreut.

Kommentare:

  1. Jetzt habe ich Gänsehaut, trotz Sonnenschein. Wie kann man denn Dir als Mama solche ein schlechtes Gewissen einreden? Und dann musst Du es auch noch so lang mit Dir rumtragen. Da ist Dir ein Stein vom Herzen gefallen, ja, das kann ich mir vorstellen.
    Doch das Rückwärtsschauen hilft ja eh nichts. Der Weg geht weiter. Und das hört sich sehr hoffnungsvoll an. Lass Dich weiter tragen
    Viele liebe Grüße
    Elisabeth

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  2. Oh, ich drücke Dich mal...

    ich denke auch oft über "Entscheidungen" nach..ob die die richtigen sind. Aber es gibt eigentlich kein Richtig und kein Falsch...man Entscheidet immer nach besten Gewissen heraus!
    Ich verstehe wie nah es Dir gegangen sein muss, besonders wenn du dann hörst, dass es Deine Schuld gewesen sein soll?
    Welche Mutter würde sich da nicht schlecht fühlen?
    Versuche Dich so weit wie es geht, davon zu lösen...denn der Pflegebereich ist ebenfalls Wichtig, für Kinder und Menschen mit ICP!
    Ich habe mit ihnen immer Basale Stimulation gemacht..für den Muskeltonus...

    Schön, dass du nun gekräftigt an die nächste Op heran gehen kannst, dass ist Wichtig...
    Kann mich Elisabeths Worten nur anschließen...
    Alles wird gut...

    Viel Kraft und viel Sonnenschein für Euch

    Lia

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