Sonntag, 2. Mai 2010

Mit Gutem überschüttet

war heute des Predigtthema. Eingeleitet wurde es mit der Frage, ich weiß ja nicht, ob dem jeder hier uneingeschränkt zustimmen kann.


Nein, schrie alles in mir, ich komme mir gerade gar nicht so vor, als sei ich mit Gutem überschüttet.
Erst der Termin in der Pädaudiologie mit nicht so positiven Ergebnissen und dann der Hammer in der Orthopädie mit der erneut notwendigen OP.

Doch als ich dann zur Ruhe kam, fielen mir Kleinigkeiten ein, die ich in meinem Schmerz, meiner Angst kaum wahrgenommen habe.

Ich hatte mit der Leiterin des Kindergottesdienstes gesprochen, was sich bei J. verändert hat. J. soll ja 4 Tage mit auf Freizeit fahren. Sie hat nicht gefragt, können wir es uns zumuten ein pflegebedürftigeres Kind mitzunehmen, sondern hat gefragt, können wir was kaputt machen, können wir ihm weh tun.
Nicht mehr als wir auch und wenn ist es Schicksal, war meine Antwort. Darauf hieß es, warum sollte er dann nicht mitfahren.

Das ist etwas sehr GUTES.
Dann hat mein Sohn sich gestern auffangen wollen, als sein Bein unter ihm wegsackte, er stützte sich an einer Glasscheibe in der Tür ab und durchbrach sie. Nur die Scheibe ist kaputt, das Kind aber heil. Das ist doch auch was Gutes.
Während J. fiel, war ich gerade unterwegs am 1. Mai einen Rolli von unserem Sanihaus abzuholen, damit wir einen in der Wohnung haben und ich nicht zusätzlich zum Kind noch Rolli hoch und runter tragen muß.
Man war am 1. Mai für mich da, hat keine Verordnung oder Genehmigung von der KK abgewartet, sondern unbürokratisch geholfen. Das war auch was Gutes.
Der Arzt, der sofort auf meine angstvolle Anfrage einen Termin für mich hatte, Ärzte die operieren können, KK die bezahlen. Diese Möglichkeiten erscheinen uns in D selbstverständlich - sind sie ja aber lange nicht.
Meine Eltern, die sofort und uneingeschränkt Hilfe zugesichert haben, das ist auch was Gutes.
Meine Schwiegermutter wird im KH wunderbar professionell umsorgt und es geht ihr deutlich besser. Wir müssen uns keine Angst mehr um sie machen. Wieder was Gutes.
So wenig ist das doch gar nicht, oder?

Kommentare:

  1. Hallo, ich freu mich, dass Du mein Blog liest. Ich habe schon oft still bei Dir mitgelesen und bewunderes es sehr, wie Du Deinen Weg gehst.
    Ich werde immer wieder bei Dir vorbeischauen und wünsche Alles Gute für das was auf Euch zukommt.
    Viele Grüße
    Elisabeth

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  2. Hallo, mir geht es nicht mehr aus dem Kopf. Wie stellst Du Dir das vor, dass unsere Kinder keinen Schmerz empfinden? Es kann ja nun wirklich nicht sein. Habt Ihr schon probiert ob man da etwas "spürbar" machen kann? Rückblickend hat Robert dieses Spüren wohl nie gehabt. Wissen tun wir es erst seid kurzem. Aber bei Deinem Sohn ist es ja noch viel schlimmer. Es tut ja schon weh, wenn ich es nur lese. Er ist so tapfer, aber da darf man ja erst recht "Aua" schreien.
    Du, ich wünsche Dir weiter viel Kraft, Aber nicht, damit Du alles allein schaffen sollst! Sondern für Dich, damit Du Dir was Gutes tun kannst, Pausen finden, faulenzen, lesen, was immer Dir guttut.
    Elisabeth

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  3. Hallo,
    schön Dich hier zu lesen.

    Mein Sohn hat eine Hirnschädogung unklarer Genese (Impfschaden?). Zumindest werden Reize ganz anders verarbeitet. Oft braucht er starke basale Reize, damit man zu ihm durchdringt.

    ZB wenn er Quatsch macht, dringt man nur zu ihm durch, wenn man ihn sehr fest anfaßt. So fest, daß ich denke, wenn andere mich beobachten, werden sie denken, ich mißhandle das Kind.

    Daraus leite ich -hoffend- ab, daß er nicht nur zu den Schmerzen schweigt, sondern sie vielleicht auch etwas anders empfindet.
    Aber reinschauen kann ich nicht in seinen Kopf.
    Schön wäre es aber mal.

    Liebe Grüße

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